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aus dem Eventrecht
Auswirkungen von Scheinpraktika

Auswirkungen von Scheinpraktika

Von Thomas Waetke 28. Mai 2014

Auf unseren Beitrag von gestern über die „Beschäftigung von Scheinpraktikanten“ haben wir einige Zuschriften erhalten. Und ja, oft hat dieses Thema noch eine ganz andere Dimension:

Die Eventagentur bekommt einen Auftrag, und lässt den Auftrag durch einen Praktikanten bzw. Auszubildenden abarbeiten – berechnet dem Kunden aber den vollen Kostensatz eines ausgelernten Veranstaltungskaufmanns o.Ä.

1.) Verhältnis zum Praktikanten/Azubi

Wenn im Innenverhältnis der Praktikant/Azubi aber kein vollwertiges Gehalt bekommt, dann ist die Berechnung des vollwertigen Kostensatzes gegenüber dem Kunden schon mal ein kaum zu widerlegendes Indiz für ein Scheinpraktikum.

2.) Verhältnis zum Kunden

Wenn der Dienstleister etwas abrechnet, was er tatsächlich nicht geleistet hat, so riecht das schon mal nach Rechtswidrigkeit: Die Agentur gaukelt schließlich vor, dass ein ausgelernter Veranstaltungskaufmann gearbeitet habe, tatsächlich war das nur ein Azubi/Praktikant.

In manchen Fällen mag das keinen Unterschied machen, da die Leistungen mancher Azubis oder Praktikanten locker mit denen von ausgelernten Arbeitskräften mithalten können.

Dennoch gaukelt die Agentur ja vor, höhere Kosten abrechnen zu müssen, weil sie selbst höhere Kosten hat (durch höheres Gehalt). Solange der Kunde hierüber nicht aufgeklärt wird (was die Agentur bezeichnenderweise und typischerweise ja gerade nicht macht), kann sich der Inhaber wegen Betrugs (§ 263 Strafgesetzbuch) strafbar machen. Einziger Nachteil: Der Kunde merkt das möglicherweise nicht immer. Sollte er es aber merken, kommt grundsätzlich auch ein Rückerstattungsanspruch in Betracht: Zumindest in Höhe des Wertes, den der Kunde tatsächlich überbezahlt hat.

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