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Auskunftsanspruch: Spätestens jetzt hat man die Daten…

Auskunftsanspruch: Spätestens jetzt hat man die Daten…

by 10. August 2018

So nach und nach trudeln Sie ein: Die ersten Auskunftsverlangen von Betroffenen im Rahmen der DSGVO. Da ist der Messebesucher, der vom Veranstalter wissen möchte, ob seine Daten im Bestand sind. Da ist der ehemalige Lieferant, der von seinem Vertragspartner wissen möchte, was er noch gespeichert hat. Und auch ein Ex-Arbeitnehmer, der vom Arbeitgeber wissen möchte, wie lange man gedenke, seine Daten zu verarbeiten.

Tatsächlich war es einer der Zwecke der DSGVO, die Rechte der Betroffenen zu stärken. Darunter fällt auch das Recht auf Auskunft (siehe Art. 15 DSGVO).

Kürzlich sah sich ein Mandant mit einer Anfrage eines Betroffenen konfrontiert, den er aber gar nicht kannte. Auch die Mitarbeiter konnten keine Daten über den Antragsteller in den EDV-Systemen finden, vorsichtshalber schaute man auch alte Papierrechnungen durch. Pflichtbewusst antwortete man dem Antragsteller, dass man über ihn keine Daten habe.

Soweit, so gut. Nun aber stellt man doch auch fest, dass man zwar keine alten Daten hat, aber spätestens seit dem Eingang des Auskunftsverlangens… Die Daten wurden an die Mitarbeiter per Mail weitergereicht, an den Steuerberater, an die Lohnbuchhaltung, an den Newsletter-Versanddienstleister… und schwupps haben eine ganze Menge Leute die Daten des Antragstellers. Sie sehen das Dilemma?

Man hatte vielleicht früher keine Daten, man hat sie aber jetzt.

Und man sollte sie auch aufbewahren, um später beweisen zu können, die Anfrage korrekt beantwortet zu haben.

Das führt dann dazu, dass man mit der Anfrage zum Datenverarbeiter wird. Also genügt es nicht, den Anfragenden zu informieren, dass man keine Daten hat(te), sondern was ab jetzt mit den Daten passieren wird. Da beißt sich die Katze zwar irgendwie in den Schwanz, aber mit der Auskunft “wir haben nichts von dir” muss der Anfragende informiert werden “aber jetzt haben wir deine Daten und machen damit xyz”. Es folgen dann die Informationen gemäß Art. 13 DSGVO, denn auch hier muss der Angefragte dem Anfragenden mitteilen, wie lange er gedenkt, die Daten aus der Anfrage aufzubewahren (siehe Art. 13 Abs. 2 Buchstabe a) oder an wen er die Daten zur Beantwortung der Anfrage weitergegeben hat (siehe Art. 13 Abs. 1 Buchstabe e DSGVO).

Was sich lustig anhört, kann ein Risiko für ein Unternehmen sein: Denn das datenverarbeitende Unternehmen muss die Auskunft “unverzüglich“, also ohne schuldhaftes Zögern, erteilen.

Wer sich also nicht auf den Fall der Fälle vorbereitet, wie er auf eine Auskunft reagiert, bei dem könnte es etwas hektisch werden, wenn es dann soweit ist. Daher kann ich nur empfehlen, schon jetzt entsprechende Prozesse vorzubereiten, auf ein Auskunftsverlangen (oder aber auch auf andere Rechte, die der Betroffene geltend macht) schnell reagieren zu können.

Gerne unterstütze ich Sie dabei, melden Sie sich bei Interesse einfach bei mir und schicken mir eine E-Mail an: info@eventfaq.de.

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  • Mann schaut durch Bildschirm: © ok-foto - Fotolia.com