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Auftraggeber haftet für seinen Leadlieferanten

Auftraggeber haftet für seinen Leadlieferanten

by 9. April 2019

Viele Unternehmen arbeiten mit der sog. Kalt-Akquise, um neue Kunden zu gewinnen: Sie werden einfach angerufen. Solche Werbemaßnahmen sind aber unzulässig, soweit der Angerufene nicht zugestimmt hat oder wenn der Anrufer nicht nachweisen kann, dass der Angerufene ein mutmaßliches Interesse an dem Werbeanruf hat.

Das gilt nicht anders, wenn das werbende Unternehmen einen “Leadlieferanten” einschaltet, und dieser Leadlieferant den potentiellen Kunden anruft.

So hat jüngst das Landgericht Frankfurt entschieden, dass der Auftraggeber darauf hinwirken muss, dass der Leadlieferant nur in rechtskonformer Art und Weise tätig wird und dass er dies auch kontrollieren muss.

Diese Regel gilt ja allgemein:

Wer eigene Aufgaben auf Dritte delegiert, z.B. auf Arbeitnehmer oder auf Auftragnehmer, der muss

  • diese Dritte ordnungsgemäß auswählen, und
  • überwachen, ob sie ihren Aufgaben so nachkommen, wie es sein soll.

Andernfalls haftet er für Fehler seiner Delegierten, als ob er selbst gehandelt hätte.

Achten Sie darauf, diese Maßnahmen (= also die Auswahl und die Überwachung) zu dokumentieren, damit Sie im Schadensfall nachweisen können, dass Sie Ihren Pflichten nachgekommen sind!

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Polizeifoto: © fotokitas - Fotolia.com