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aus dem Eventrecht
Aufklärungspflichten des Fachmanns

Aufklärungspflichten des Fachmanns

Von Thomas Waetke 29. Januar 2014

Den Fachmann treffen Aufklärungspflichten gegenüber seinem Vertrags- bzw. Verhandlungspartner. Diese auf den ersten Blick einfache Regel bringt in der Praxis viele Probleme mit sich, die wir hier beleuchten wollen. Dabei geht es um die Fälle, wenn man Fragen gestellt bekommt, und um Fälle, in denen der Gesprächspartner keine Fragen stellt.

Grundsätzlich muss die/der beauftragte Fachfrau oder Fachmann – wir nennen sie/ihn künftig der Einfachheit halber: der Dienstleister – gestellte Fragen auch richtig beantworten. Ist man sich nicht sicher, ob seine Antwort richtig ist, muss man das dazu sagen. Aussagen „ins Blaue hinein“ können zu einer Anfechtung und zu einem Schadenersatzanspruch des Vertragspartners führen (siehe § 123 BGB).

Oftmals stellt der Vertragspartner aber keine Fragen, weil er nicht weiß, dass er gerade eine Frage stellen sollte: Ihm fehlt das Fachwissen. Daher beauftragt er ja einen professionellen Dienstleister.

Der Dienstleister muss nun seinen Vertragspartner ungefragt dann aufklären, wenn dieser auf die Aufklärung vertrauen darf bzw. der Dienstleister erkennt, dass eine Aufklärung für den Vertragspartner wichtig wäre. Je größer das Wissensgefälle zwischen den beiden, desto intensiver muss aufgeklärt werden. Dabei müssen folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Der Zeitpunkt: Die Aufklärung muss so frühzeitig erfolgen, dass der Vertragspartner noch reagieren kann. Dementsprechend muss sich der Dienstleister frühzeitig Gedanken darüber machen, was für seinen Kunden wichtig sein könnte. Lesen Sie dazu meinen Beitrag Fachmann muss Kostenrahmen ermitteln.
  • Der Umfang: Die Aufklärung muss so erfolgen, dass der Vertragspartner hieran seine Entscheidungen treffen kann. Hier spielt der konkrete Auftrag eine wichtige Rolle: Je umfassender der Auftrag, desto umfangreicher sind auch die Aufklärungspflichten.
  • Der Nachweis: Der Aufklärende muss im Streitfall später beweisen können, dass er aufgeklärt hat – und wie er aufgeklärt hat.

Ich erlebe es immer wieder, dass Dienstleister diese Aspekte übersehen: Sie arbeiten einfach vor sich hin, ohne daran zu denken, ihren Kunden zu informieren, was passieren könnte bzw. worauf er achten muss. Dann hilft es auch nichts, dem Kunden die fertigen Arbeiten zu schicken und zu fragen, ob er damit einverstanden ist – denn er muss ja wissen, worauf er bei der Freigabeprüfung achten soll.

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  • Besprechung, Hand mit Kugelschreiber: © ty - Fotolia.com