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240/17 Aufklären, aber richtig

240/17 Aufklären, aber richtig

by 31. August 2017

So reicht es nicht, wenn der Berater nur kurz erklärt, dass man doch „sicherheitshalber“ A oder B tun sollte.

Ist eine Maßnahme notwendig, muss er den Kunden darüber aufklären, was die (Rechts-)Folgen eines Unterlassens sein können – und zwar so deutlich, dass der durchschnittliche aufmerksame Kunde diese Folgen versteht und sein Handeln daran ausrichten kann.

Ist eine Maßnahme nicht notwendig, aber ggf. schlicht sinnvoll, so muss er den Kunden über die (Rechts-)Folgen seines Handelns aufklären – und zwar auch wieder so, dass der durchschnittliche Kunde weiß, worauf er sich einlässt.

Allzu oft beobachte ich, dass die Aufklärung lückenhaft oder unvollständig ist. Meist besteht eine solche Aufklärung nur in der Empfehlung „wir sollten das sicherheitshalber tun“. Kritisch ist das insbesondere dann, wenn der Berater selbst gar nicht genau die Folgen abschätzen kann.

Dokumentation nicht vergessen!

Der Berater bzw. der Aufklärungspflichtige muss später im Streitfall nachweisen können, dass er ausreichend aufgeklärt hat. Dazu reicht es nicht, dass er im Gerichtsprozess nur sagt, „ja, das habe ich ihm gesagt“. Vielmehr muss er konkret darlegen, wann (und zwar nicht: „das müsste ungefähr 2015 gewesen sein“) er wem was gesagt hat – eben auch welche Folgen er beschrieben hat. Im Alltag darf man das nicht unterschätzen: Man redet zigmal mit dem Kunden, und nicht immer werden diese Besprechungen schriftlich festgehalten. Der Berater muss erkennen, wann er aufklärungspflichtig ist und dann dafür sorgen, dass er diese Aufklärung auch noch Jahre später konkret darlegen kann.

 

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