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aus dem Eventrecht

Aufgepasst beim Angebot

Von Thomas Waetke 7. März 2013

Ein Vertrag kommt bekanntlich zustande durch Angebot und Annahme – das Angebot muss dabei den Vertragsgegenstand enthalten: Welche Aufgaben hat bspw. die Agentur oder der Dienstleister? Hier gilt: Vorsicht!

Bei der Formulierung der Leistungsbeschreibung (= des Angebotes) muss dabei aufgepasst werden: Fehler oder Ungenauigkeiten führen zu unnötigem Streit – und vergrößern möglicherweise unnötig das Haftungspotential. Außerdem hat der Auftragsumfang natürlich auch Einfluss auf die Vergütung: Je mehr Aufgaben und je höher das Risiko, desto mehr kann man dies einpreisen.

Dazu können Sie sich zwei Faustregeln merken:

  1. Je ungenauer bzw. unkonkreter Sie Ihre Leistungsbeschreibung formulieren, desto größer wird dann der Leistungsumfang ausgelegt = desto größer wird das Risiko. Dies gilt umso mehr, wenn Ihr Vertragspartner mit der ungenauen Beschreibung wenig anfangen kann, da er gerade Sie als Fachfrau bzw. Fachmann beauftragt hat, um ihn professionell zu unterstützen. Je unwissender also Ihr Vertragspartner ist, desto konkreter sollten Sie Ihre Leistungen beschreiben.
  2. Je mehr Sie für „Sicherheit“, „umfassende“ oder „allgemeine“ Arbeiten o.Ä. zuständig sind, desto höher steigt Ihr Haftungspotential.

Bei Ihrer Leistungsbeschreibung können Sie auf zwei Wegen vorgehen:

  • Sie schreiben einen „Negativ-Katalog“, d.h. Sie stellen dar, was Sie nicht machen werden: „Ich übernehme nicht den Bereich Arbeitssicherheit“.
  • Sie schreiben einen „Positiv-Katalog“, d.h. Sie stellen dar, welche Aufgaben Sie übernehmen. „Ich bin für die Einholung von Angeboten für … zuständig.“

Diese beiden Kataloge kann man natürlich auch kombinieren.

Nehmen Sie sich Zeit mit der Formulierung des Angebots! Beachten Sie dabei auch, dass Sie ggf. verantwortlich sind, eine beanstaudungsfreie Leistung abzuliefern, sprich: Dass Sie ggf. Ihre Vorschläge/Konzepte prüfen müssen auf Umsetzbarkeit, Genehmigungsfähigkeit usw.; ebenso, dass Sie (bzw. Ihr Kunde, wenn er Ihre Vorschläge umsetzt) gegen keine Markenrechte, Urheberrechte usw. verstoßen (siehe hier). Dies alles kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld, und muss also im Angebotspreis berücksichtigt werden.