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aus dem Eventrecht

Auf Krawall gebürstet

Von Thomas Waetke 26. Oktober 2010

Neulich in einem Vertrag, den eine Agentur dem Veranstalter vorgelegt hatte: „Der Veranstalter stellt 8 kräftige Rowdys, die die Künstler supporten“.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Das deutsche Recht kennt den so genannten Dissens: Meint der eine A und der andere versteht darunter B, dann kommt möglicherweise gar kein Vertrag zustande.

Hier aber ist offensichtlich, dass die Agentur keine Krawallmacher, sonder Roadies (also Helfer, Techniker) meint. Der Veranstalter muss also Roadies liefern, auch wenn ausdrücklich Rowdys vereinbart sind. Im Normalfall meinen auch beide das Wort „Roadie“ – wird also nur ein Begriff falsch bezeichnet, ist das für die Wirksamkeit des Vertrages unproblematisch. Die Juristen nennen das auch „falsa demonstratia non nocet“, also: Falschbezeichnung schadet nicht.

 Hinweis Vorsicht bei der Verwendung von Fremdwörtern! Es gibt eine Reihe von Beispielen, bei denen nicht jeder die wahre Bedeutung kennt: Alle reden zwar darüber und verwenden das Wort, aber keiner kann genau sagen, was es eigentlich bedeutet. Das stört so lange nicht (siehe oben), wie klar ist, was man gemeint hat. Ärgerlich wird es aber dann, wenn es verschiedene Meinungen gibt. Es geht also nicht darum, mit Fremdworten um sich zu werfen um damit anzugeben, sondern späteren Streit über das Verständnis über ein Fremdwort zu vermeiden. Schon das Wort „Roadie“ bspw. verstehen manche nur als normalen Helfer, andere als ausgebildeten Veranstaltungstechniker – und schon gibt es nachher Streit.

Dies gilt auch mit Blick auf das Ausland: Das in Deutschland verwendete Wort X muss in Frankreich nicht die gleiche Bedeutung haben.