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aus dem Eventrecht

Attentat auf Oktoberfest: Grüne und Linke erheben Klage

Von Thomas Waetke 22. Mai 2015

Bei einem Attentat auf das Oktoberfest in München vor 35 Jahren starben 13 Menschen, 211 wurden zum Teil schwer verletzt. Seinerzeit ging man davon aus, dass ein Einzeltäter verantwortlich war, der bei dem Anschlag selbst auch ums Leben kam, da man weitere Täter nicht finden konnte. Im Dezember 2014 hat die Bundesanwaltschaft neue Ermittlungen aufgenommen, nachdem Gerüchte aufkamen, dass V-Leute des Verfassungsschutzes die Anschlagspläne gekannt haben sollen. Die Fraktionen von Grünen und der Linken haben nun Klage beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Ihr Ziel: Sie wollen die Bundesregierung zur Auskunft zwingen, die diese bisher immer mit dem Hinweis auf das Staatswohl verweigert hatte.

Es ist leider menschlich, dass der Mensch ungern Fehler zugibt. Bei großen Unglücksfällen wird genauso vertuscht wie bei den kleinen alltäglichen Notlügen.

Jüngst hatte ein Polizeibeamter zugegeben, bei damaligen Ermittlungen nach der Katastrophe von Hillsborough im Zeugenstand gelogen zu haben. Am 15. April 1989 starben 96 Menschen in einem überfüllten Fanblock bei einem Fußballspiel. 26 Jahre später nun erklärte der damals verantwortliche Polizeibeamte im Rahmen neuer Ermittlungen, gelogen zu haben: Seinerzeit wurde nämlich behauptet, dass die Fans selbst die Tore zur Tribüne geöffnet hätten, woraufhin immer mehr Fans in den Block gedrängt hatten. „Jeder kannte die Wahrheit. Die Fans und die Polizei kannten die Wahrheit, dass wir die Tore geöffnet haben“, sagt der Polizist heute. Der heute 70-Jährige hat auch eingeräumt, damals nicht über genug Erfahrung verfügt zu haben und daher nicht der richtige Mann für den Job gewesen sei.