News + Aktuelles

aus dem Eventrecht
Arbeitszeit: Mitarbeiter müssen auch vor sich selbst geschützt werden

Arbeitszeit: Mitarbeiter müssen auch vor sich selbst geschützt werden

Von Thomas Waetke 27. März 2018

Union und SPD wollen freiere Arbeitszeiten ermöglichen – aber in Grenzen. Bei Flexibilisierungen müsse aber behutsam vorgehen, so die CDU. Einerseits solle der Arbeitnehmer auch weiterhin geschützt werden, andererseits müsse man auch den Arbeitnehmer „vor sich selbst“ schützen. Die SPD warnt davor, das Recht des Arbeitnehmers auf Nicht-Erreichbarkeit durch zu viel Flexibilität und Mobilität bei der Arbeit nicht zu konterkarieren.

„Experimentierräume“ schaffen

Die Große Koalition möchte „Experimentierräume“ für tarifgebundene Unternehmen schaffen, um eine Öffnung für mehr selbstbestimmte Arbeitszeit der Arbeitnehmer und mehr betriebliche Flexibilität zu erproben. An der 48-Stunden-Wochenarbeitszeit soll aber vorerst nicht gerüttelt werden. Letztlich geht es, wie in den meisten Tarifverträgen auch, um die Verteilung der Tagesarbeitszeit und der Ruhezeiten.

Sind wir mal gespannt…

Tatsächlich stößt sich die Branche an den gesetzlichen Arbeitszeiten. Vielfach heißt es, dass die Veranstaltungen gar nicht würden stattfinden können, würde man sich an das Arbeitszeitgesetz halten.

Abgesehen davon, dass es sich bei der Arbeitszeit um eine wichtige Errungenschaft des Arbeitsschutzes und damit der Gesundheit der Arbeitnehmer handelt, stellt sich auch hier die Frage, warum ausgerechnet die Eventbranche damit nicht klarkommen möchte. Oft geht es ja nur darum, dass der Arbeitgeber nicht mehr Personal einstellen will, um Mitarbeiter nach 8 bzw. 10 Stunden Arbeitszeit ablösen zu können. Auch hier kann man sagen: Muss es denn jede Veranstaltung geben? Was wäre so schlimm daran, wenn manche Veranstalter sich nicht mehr würden halten können, weil sie den Personalbedarf nicht finanzieren können? Der Arbeitnehmer würde jedenfalls nicht zwangsläufig in die Arbeitslosigkeit rutschen, da es ja dann viele andere Unternehmen gibt, die neues Personal einstellen müssten.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Frau schaut auf Armbanduhr und schreit: © detailblick - Fotolia.com