Aktuelles

Urteile, Vorfälle, Kommentierungen...
381/16 Arbeitszeit in der Diskussion

381/16 Arbeitszeit in der Diskussion

by 20. September 2016

Demnächst gehen die Gewerkschaften und Tarifarbeitgeber in die sog. Herbstlohnrunde. Dies nutzen beide Seiten, sowohl Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmervertreter, um ein altbekanntes Thema anzugehen: Die Arbeitszeit.

„Die Zeiten ändern sich, daher müssen sich auch die Arbeitszeiten ändern“, so der Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl.

Die Gewerkschaften wollen auch was ändern, allerdings haben die Gewerkschafter natürlich anderes im Sinn als die Arbeitgeber. Angesichts eines leichten Anstiegs der Durchschnittsarbeitszeit hat man für 2015 764 Millionen bezahlte und 940 Millionen unbezahlte Überstunden errechnet, so die Gewerkschafter.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert daher, Überstunden besser zu erfassen und auch vollständig zu vergüten. Außerdem sollen die Beschäftigten mehr Einfluss bekommen auf die Gestaltung ihrer Arbeitszeiten.

Die Arbeitgeber wiederum wollen weg  vom 8-Stunden-Tag hin zur 48-Stunden-Woche. Aktuell sieht bereits das Arbeitszeitgesetz eine maximale Arbeitszeit pro Woche von 48 Stunden vor – allerdings verteilt auf 6 Arbeitstage (Montag bis Samstag) zu je 8 Stunden. Würde aber eben nicht die Tagesarbeitszeit begrenzt, sondern letztlich nur die Wochenarbeitszeit, könnte die Arbeitszeit an den einzelnen Wochentagen individueller verteilt werden, so die Forderung aus dem Arbeitgeberlager. Außerdem, so eine weitere Forderung, müsse der bisher vorgeschriebene 11-Stunden-Abstand zwischen zwei Arbeitstagen entfallen.

In der Veranstaltungsbranche kann man das Thema Arbeitszeit vergleichen mit der Fußgängerampel: Jeder Fußgänger weiß, dass er nur bei grün gehen darf, aber die meisten laufen dann doch über die rote Ampel…

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Große Wecker: © Mopic - Fotolia.com