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Arbeitsschutz beim Abbau

Arbeitsschutz beim Abbau

Von Thomas Waetke 7. Dezember 2010

Beim Abbau einer Musikveranstaltung in einer Halle Nahe Frankfurt/Main ist ein Abbauhelfer verletzt worden, als er auf der spiegelglatten Laderampe ausgerutscht und zwischen Rampe und angrenzender Mauer gerutscht war. Gegen 02.00 Uhr morgens war die Veranstaltung beendet, und die Abbauhelfer rollten die ersten Kisten durch den Hinterausgang zum LKW. Dort war es nicht nur verhältnismäßig dunkel, sondern auch sehr glatt. Ein Helfer fiel unglücklich zwischen Rampe und einer Mauer und verletzte sich dabei leicht.

Der Abbau einer Veranstaltung ist naturgemäß riskant schon alleine wegen der späten Arbeitszeit.

Arbeitszeiten

Die maximale Arbeitszeit von 10 Stunden darf nicht überschritten werden; dann muss aber binnen 6 Monaten wieder ein Ausgleich geschaffen werden, um auf den Schnitt von 8 Stunden täglich zu kommen. Zwischen zwei Arbeitszeiten ist eine Ruhezeit von mindestens 11 Stunden einzuhalten.

Wenn ein Arbeitnehmer die Veranstaltung aufbaut, während der Veranstaltung auch noch arbeitet, dann wird oftmals die maximale Arbeitszeit für den Abbau schon überschritten sein. Wenn der Arbeitnehmer während der Veranstaltung nicht arbeiten muss, sondern Backstage herumsitzt und auf den Abbau wartet, ändert das an der Sache normalerweise nichts.

Wer nachts (zwischen 23 und 6 Uhr) an mehr als 48 Tagen im Jahr arbeitet, ist ein so genannter Nachtarbeitnehmer (§ 2 Abs. 5 Nr. 2 Arbeitszeitgesetz). Für ihn gelten besondere Bestimmungen (siehe § 6 ArbZG).

Im Rahmen seiner Fürsorgepflicht muss der Arbeitgeber ungeachtet der zulässigen Arbeitszeiten prüfen, ob seine Arbeitnehmer nachts noch fit genug für den Abbau sind – und auch für die oftmals noch direkt nach Abbau-Ende folgende Heimfahrt.

Sonstiger Arbeitsschutz

Der Arbeitgeber muss ihm Rahmen des Arbeitsschutzes dafür Sorge tragen, dass seine Mitarbeiter möglichst gefahrlos arbeiten können. Er muss bspw. dafür sorgen, dass auch die Arbeitsflächen beim Abbau geräumt und gestreut und dass sie ausreichend beleuchtet sind.

Daneben muss der Arbeitgeber auch für entsprechende Schutzkleidung sorgen: Dazu gehören unter anderem Sicherheitsschuhe und Arbeitshandschuhe, im Winter zusätzlich geeignete Kleidung: Bei Regen muss er kostenfrei Wetterschutzkleidung stellen, wenn Arbeiten im Freien erforderlich sind, bei Kälte muss er Kälteschutzkleidung stellen. Bei nächtlicher Tätigkeit im Freien (z.B. Parkplatzeinweiser) muss er zudem auch Warnkleidung zur Verfügung stellen.

Selbst wenn keine Arbeitnehmer eingesetzt werden, sondern nur freie Mitarbeiter, muss der Auftraggeber im Rahmen seiner Verkehrssicherungspflicht für eine weitgehend gefahrlose Arbeitsstelle sorgen.

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