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aus dem Eventrecht

Arbeiten unter Zeitdruck

Von Thomas Waetke 20. Dezember 2011

Schwierige Witterungsbedingungen, wenig Zeit, die Veranstaltung beginnt bald, der Mitarbeiter hetzt los und verursacht einen Unfall. Ist der Arbeitgeber verantwortlich?

Der Arbeitgeber ist grundsätzlich für die Sicherheit und Gesundheit seiner Mitarbeiter verantwortlich. Dabei muss er bspw. eine Gefährdungsanalyse vornehmen, d.h. er muss prüfen, welche möglichen Gefahren seine Mitarbeiter ausgesetzt sind und welche Maßnahmen dagegen zu treffen wären.

Wenn z.B. die Agentur einen Mitarbeiter losschickt, damit der beim Kunden vorbeifährt oder in die Veranstaltungshalle fährt, dann muss bei den Zeitvorgaben auch die durch die Witterungsbedingungen längere Fahrtzeit beachtet werden.

Setzt der Arbeitgeber seinen Mitarbeiter hier unter Druck oder gibt keine Möglichkeit, ausreichend vor dem Termin loszufahren, und erleidet der Mitarbeiter dadurch einen Schaden, dann muss der Arbeitgeber damit rechnen, dass man ihm aus arbeitsschutzrechtlichen Gesichtspunkten einen Vorwurf machen kann. Insbesondere könnte er ggf. durch die Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung oder dem Geschädigten in Anspruch genommen werden – ganz abgesehen davon, dass ggf. sein Mitarbeiter krankheitsbedingt ausfällt. Der Arbeitgeber hat also ein erhebliches Interesse daran, auch unter Zeitdruck arbeitsschutzrechtliche Vorgaben zu beachten (dazu gehören auch die Unfallverhütungsvorschriften!).

Lesenswert dazu sind die Ausführungen „Stress als Unfallursache“ in der BGI 609, dort insbesondere ab Seite 17.