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aus dem Eventrecht

Ansprüche bei verspätetem Auftritt?

Von Thomas Waetke 7. Juni 2011

Das Amtsgericht Köln hatte sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wann ein Auftritt eines Künstlers verspätet ist und dies Ansprüche des Besuchers auslöst.

Im vorliegenden Fall hatte der Veranstalter damit geworben, dass „ab 17 Uhr“ verschiedene Künstler auftreten werden. Der Hauptact kam aber erst gegen 21.15 Uhr auf die Bühne. Dies rügte der klagende Besucher und verlangte einen Teil seines Eintrittsgeldes zurück.

Der Besucher schließt mit dem Veranstalter einen Vertrag. Juristisch handelt es sich um einen gemischten Vertrag, der sowohl werkvertragliche als auch mietvertragliche Elemente enthält bzw. enthalten kann.

Wenn das Programm zeitlich verzögert stattfindet, dann stellt sich die Frage, ob der Besucher sein Eintrittsgeld zurückverlangen kann (vollständig oder teilweise).

Das Gericht hat die Klage abgewiesen. Dem Besucher stand insoweit kein Minderungsrecht zu, da schon kein Mangel (siehe § 633 Abs. 2 BGB) im Rechtssinne vorlag – ohne Mangel gibt es aber auch keine Ansprüche.

Einen Anspruch hätte es nur geben können, wenn der Veranstalter einen konkreten zeitlichen Ablauf genannt hätte und hiervon erheblich abgewichen wäre.