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aus dem Eventrecht

Sterben Veranstaltungen aus?

Von Thomas Waetke 20. Dezember 2013

Die Anforderungen an Veranstaltungen scheinen manchen zu überfordern: Auf meinen Beitrag von Mittwoch hat mich die eine oder andere E-Mail erreicht mit der teilweise erstaunten und teilweise empörten Behauptung, mit dieser meiner Einstellung würde man dafür sorgen, dass es künftig viele Veranstaltungen nicht mehr geben würde.

Was ist schlimm daran? Wenn ein Veranstalter nicht in der Lage ist, selbst oder durch Hinzuziehung von geeigneten Personen die erforderlichen Regeln einzuhalten und die Anforderungen an Veranstaltungen zu erfüllen, dann hat er mit seiner Veranstaltung am Markt nichts zu suchen. Das Gleiche gilt auch, wenn er keine entsprechende Ausbildung hat und gar nicht weiß, welche Regeln es überhaupt gibt: Vorschriften sind ja nicht nur für den geschrieben, der sie kennt.

Beispiel: Kind wird vom Auto überfahren

Um auf das Beispiel mit dem Auto zurückzukommen: Was würden Sie sagen, wenn Ihr Kind von einem Auto überfahren wird, das der Autofahrer in seiner Garage selbst gebastelt hat und dabei die Bremsen vergessen hatte einzubauen? Was ist daran anders zu einer Veranstaltung, bei der ein Kind verletzt wird, weil der Veranstalter bspw. das Zelt nicht ordnungsgemäß aufgestellt und befestigt hatte?

Mit einer Veranstaltung gegen gewisse Pflichten einher für denjenigen, der eine Veranstaltung plant und durchführt. Wenn er nicht das Fachwissen dazu selbst hat und nicht bereit ist, andere Fachleute hinzuziehen, warum soll er dann die Veranstaltung durchführen dürfen? Gesetzliche Anforderungen sind kein schmückendes Beiwerk, und es sollte auch nicht das Ziel darin bestehen, möglichst trick- und ideenreich gesetzliche Anforderungen zu umgehen nach dem Motto „in der Praxis läuft vieles anders“.

Anforderungen an Veranstaltungen: Aus dem Verkehr ziehen?

Ein Auto, das nicht die gesetzlichen Anforderungen erfüllt, wird aus dem Verkehr gezogen. Eine Veranstaltung, die nicht die gesetzlichen Anforderungen erfüllt, hat dort auch nichts verloren. Wenn es einige Veranstaltungen weniger gibt, ist das auch nicht schlimm – zumal dies natürlich kein Argument dafür sein darf, sich deshalb nicht an rechtliche Vorgaben halten zu müssen.

Ich wäre nur dann bereit, meine Meinung zu ändern oder zumindest zu überdenken, wenn mir jemand im Gesetz eine Hinweis zeigt, in dem es so oder so ähnlich heißt: „Das Gesetz gilt für alle Personen gleichermaßen. Alle Personen sind aber berechtigt, von Satz 1 abzuweichen.“ So lange wir das nicht finden, wäre mein Vorschlag, dass wir uns an die Regeln halten.