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aus dem Eventrecht

Amoklauf vom Ex-Mann ist kein Arbeitsunfall

Von Thomas Waetke 8. Februar 2013

Wenn eine Versicherte während ihrer Arbeit von ihrem Ex-Mann in dessen Amoklauf schwer verletzt wird, ist das aus Sicht der Unfallversicherung kein Arbeitsunfall.

Dies entschied das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, und hat damit ein Urteil des Sozialgerichts Berlin (siehe hier) aufgehoben: Der Ex-Mann einer Blumenhändlerin fuhr mit seinem Auto mit vollem Tempo in ihren Blumenstand auf einem Markt, und verletzte sie dabei schwer. Das Gericht sah darin eine reine Beziehungstat, bei der ein berufsbezogenes Motiv fehlen würde. Der Unfall sei alleine dem persönlichen Bereich der Beteiligten zuzuordnen. Eine Amokfahrt schloss das Gericht auch daraus, dass der Ex-Mann zuvor auch versuchte, seine aktuelle Lebensgefährtin zu überfahren, und wenig später in der U-Haft Selbstmord beging.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Anders sieht das aus, wenn der Amoklauf tatsächlich nichts mit dem Privatleben zu tun hätte. Dies gilt bspw. bei Angriffen auf Türsteher bzw. Mitarbeiter des Ordnungsdienstes bei einer Veranstaltung.