News + Aktuelles

aus dem Eventrecht

Alkolisierter Besucher stürzt in Glutreste

Von Thomas Waetke 10. April 2012

Bei einer traditionellen Veranstaltung an den Osterfeiertagen hat sich in Rehling (Bayern) ein Besucher am frühen Sonntagmorgen schwere Verbrennungen zugezogen, als er in noch glühende Reste eines am Abend abgebranntes Feuer stürzte. Der Mann wollte offenbar mit nackten Füßen über die Flut laufen und stolperte dann aber.

Umstehende Zuschauer zogen ihn zwar sofort aus der Glut, dennoch musste er mit schweren Verbrennungen an Händen, Füßen und im Gesicht in eine Klinik gebracht werden. Offenbar war der Mann betrunken.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Die Verantwortung des Veranstalters darf nicht überspannt werden: Für alles ist er nicht verantwortlich, auch der Besucher trägt eine Mitverantwortung für sich selbst.

Während der Veranstalter das Erforderliche und Zumutbare tun muss, um Schaden zu verhindern, darf er auf der anderen Seite mit einem durchschnittlich besonnenen Besucher rechnen.

Es ist, wie so oft, eine Frage des Einzelfalls. Natürlich würde man im oben genannten Fall überlegen müssen, ob es nicht etwa erforderlich und auch zumutbar für den Veranstalter gewesen wäre, die Glut abzulöschen, wenn die offizielle Veranstaltung vorbei ist. Dies wäre unschwer möglich und eine einfache Maßnahme, potentiellen Gefahren vorzubeugen.

Auf der anderen Seite ist der Besucher in gewisser Weise „selbst schuld“, wenn er sich sehenden Auges in ein solches Risiko begibt; er ist ja nicht beim Morgen- spaziergang in die Glut gestolpert, da noch Sachen auf dem Boden verteilt herum lagen, sondern er ist absichtlich in die Glut gegangen und hat sich selbst dieser erheblichen Gefahr ausgesetzt.

Vermutlich würde das Gericht hier abwägen müssen zwischen der Verantwortung des Veranstalters und dem Risiko, das sich der Besucher selbst ausgesetzt hat und eine Quote bilden; diese dürfte wohl eher zu Lasten des Besuchers ausfallen.