Agenturvertrag

Begriff aus dem Lexikon
Agenturvertrag

Als Agenturvertrag wird typischerweise der Vertrag zwischen einem Veranstalter und einer Eventagentur genannt.

Agenturvertrag ist oft Werkvertrag

Wenn ein Veranstalter eine Agentur mit der Planung, Konzeption, Übernahme eines Großteils der erforderlichen Gesamtorganisation sowie Übernahme des gastronomischen Catering beauftragt, so ist dieser Vertrag typischerweise ein Werkvertrag im Sinne des § 631 BGB.

Das hat folgende Auswirkungen:

Wenn die Vertragspartner nichts gesondert vereinbaren, gelten die gesetzlichen Vorschriften über den Werkvertrag, § 631 BGB.

Das führt unter anderem dazu, dass…

  • der Auftraggeber immer kündigen kann, aber dann ggf. Anteile der vereinbarten Vergütung zahlen muss (nicht weiter schlimm), siehe § 649 BGB,
  • die Agentur allerdings nur kündigen kann, wenn der Auftraggeber seine Mitwirkung unterlässt (siehe § 643 BGB),
  • der Auftraggeber umfangreiche Gewährleistungsansprüche gegen die Agentur hat (siehe § 634 BGB); würde man den Vertrag als Dienstvertrag qualifizieren, wäre das anders.

Nicht immer sind die gesetzlichen Regelungen sinnvoll oder gewünscht. Daher macht es durchaus Sinn, wenn die Vertragspartner die gewünschten Regelungen selbst formulieren und somit abweichend vom Gesetz vereinbaren.


Typische Regelungsinhalte

Typischerweise sollten im Agenturvertrag geregelt sein:

  • Um welche Veranstaltungen geht es?
  • Was soll die Agentur konkret tun, was nicht (soll sie sich bspw. auch um den Versicherungsschutz kümmern?
  • Die Vergütung der Agentur.
  • Welche Rechte bekommt der Veranstalter von der Agentur? Lesen Sie dazu meinen Beitrag Urheberrechte der Agentur.
  • Datenschutz: Wer ist verantwortlich? Wer informiert die Betroffenen?

Im Übrigen finden Sie mehr in meiner Checkliste.


Vorsicht bei Rabatten und Provisionen

Wenn eine Agentur für ihren Auftraggeber andere Dienstleister auswählt und beauftragt, erhält sie dafür oftmals eine Provision vom Drittanbieter. Diese Provision zahlt dieser natürlich nicht freiwillig, sondern schlägt sie kalkulatorisch auf die Preise wieder drauf – die letztlich der Auftraggeber bezahlt.

Daher muss die Agentur prüfen, ob solche Provisionen zulässig bzw. erlaubt sind.

Lesen Sie dazu meinen Beitrag Vorsicht bei Kick-Back-Provisionen.

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