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aus dem Eventrecht

Abzugsfähigkeit von Kosten einer Schiffsreise mit Kunden

Von Thomas Waetke 12. November 2012

Ein Unternehmen wollte seinen Geschäftskunden einen besonderen Ausflug spendieren: Man mietete ein Segelschiff, um von dort gemeinsam eine Regatta anzuschauen. Das Unternehmen wollte dann die hier entstandenen Kosten steuerlich als Betriebsausgaben behandeln. Dies hat der Bundesfinanzhof aber nun abgelehnt.

Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Regelung in § 4 Absatz 5 Nr. 4 Einkommensteuergesetz: Hiernach dürfen Aufwendungen des Unternehmers für Jagd und Fischerei, für Segeljachten oder Motorjachten sowie für ähnliche Zwecke und für die hiermit zusammenhängenden Bewirtungen den Gewinn nicht mindern, soweit die damit verfolgten Zwecke nicht selbst Gegenstand einer mit Gewinnabsicht ausgeübten Betätigung des Steuerpflichtigen sind.

Der Gesetzgeber möchte „überflüssige und unangemessene Repräsentationen“ nicht privilegieren, so dass die dafür entstehenden Kosten nicht als Betriebsausgabe abgezogen werden dürfen.

Wenn der Unternehmer das gemietete Schiff als „schwimmenden Besprechungsraum“ oder reines Transportmittel nutzt, dann kann er die Kosten als Betriebsausgabe ansetzen. Handelt es sich aber eher um Unterhaltung der eingeladenen Geschäftsfreunde oder eine unangemessene Repräsentation des einladenden Unternehmens, dann sind die Kosten nicht abziehbar.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Agenturen, die Kunden-Incentives für ihre Auftraggeber planen, benötigen auch gewisse Grundkenntnisse der steuerlichen Besonderheiten. So gibt es nur bestimmte Freibeträge, bis zu denen die Kosten als Betriebsausgaben abzugsfähig sind. Auch überbordende und an sich überflüssige Präsentationen können – wie gesehen bei dem Schiffsausflug – zu einem Nichtabzug führen.

Das bedeutet, dass der Unternehmer mit höheren Ausgaben rechnen muss, da er die Kosten seines Incentives nicht steuermildernd von seinen Einnahmen abziehen darf.