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aus dem Eventrecht

Absturz im Steinbruch

Von Thomas Waetke 13. Dezember 2010

Zum Thema Verkehrssicherungspflicht gibt es viele offene Frage und viel Streit: Was muss bspw. der Veranstalter alles tun, um Schäden von Besuchern und Vertragspartnern fernzuhalten?

Das Oberlandesgericht (kurz: OLG) Karlsruhe hat nun eine Klage eines Spaziergängers abgewiesen, der beim Waldspaziergang in einen nicht abgezäunten Steinbruch gestürzt war und nur mit Mühe einen Notruf per Handy hatte absetzen können. Der Spaziergänger war 10 Meter vom Waldweg abgewichen und über die für ihn angeblich nicht sichtbare Kante abgestürzt.

Während die Vorinstanz (das Landgericht Karlsruhe) dem Spaziergänger noch einen Großteil der verlangten 200.000 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld zugesprochen hatte, wies das OLG die Klage nun komplett ab:

Die Stadt habe ihre Verkehrssicherungspflicht nicht verletzt; wer derart weit vom Waldweg abweiche begibt sich selbst in Gefahr und darf nicht damit rechnen, dass der Waldeigentümer Gefahrenstellen auch noch tief im Wald absichere (Zumal das Landeswaldgesetz auch regele, dass bei Verlassen des Weges der Spaziergänger verantwortlich sei). Zudem wäre die Kante des Steinbruchs für den durchschnittlich aufmerksamen Spaziergänger erkennbar gewesen, so dass den Spaziergänger ein solch erhebliches Mitverschulden treffe, dass die doch sehr geringe Schuld der Stadt vollständig zurücktrete.

Wie schon an anderer Stelle dargestellt:

  • Der Verkehrssicherungspflichtige (z.B. eben der Veranstalter) muss das Erforderliche und Zumutbare unternehmen, damit nichts passiert.
  • Er darf dabei von einem durchschnittlich aufmerksamen, sorgfältigen und vernünftigen Besucher ausgehen.

Und:

  • Je größer die Gefahr, desto mehr muss der Veranstalter tun (absperren, hinweisen, aufpassen).
  • Je weniger die Gefahr für den durchschnittlich aufmerksamen Besucher erkennbar ist, desto mehr muss der Veranstalter tun.