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aus dem Eventrecht

Ablenkung des Besuchers steigert Risiko des Veranstalters

Von Thomas Waetke 19. Juli 2016

Der Veranstalter muss sich nicht nur an sämtliche Vorschriften halten (man beachte: „muss“, nicht „kann“ :twisted: ), sondern auch das tun, was notwendig und zumutbar ist, damit dem Besucher nichts passiert (das sind die sog. Verkehrssicherungspflichten). Auf der anderen Seite hat der Besucher immer auch das allgemeine Lebensrisiko zu dulden, d.h. selbst bei den tollsten Sicherheitsmaßnahmen verbleibt ein Restrisiko; bzw. auch dann, wenn der Besucher Sicherheitsmaßnahmen des Veranstalters missachtet.

Bestimmte Kriterien können dazu führen, dass die Verkehrssicherungspflicht steigt.

Konfetti, Show, Lichteffekte

Was haben Konfetti, Licht, Dekoration usw. gemeinsam? Sie lenken ab… bzw. sie sollen sogar ablenken. Betritt der Besucher die Location, und wird aber durch diverse Effekte abgelenkt, so steigt die Pflicht des Veranstalters, den Besucher umso mehr zu schützen. Eine Stolperfalle auf dem Boden bspw. wird für den abgelenkten Besucher weniger erkennbar sein als für den Besucher, der nicht abgelenkt wird und problemlos auf den Boden schauen kann (das gilt übrigens auch dann, wenn es an der Stelle so voll ist, dass der Besucher gar nicht auf den Boden schauen kann).

Kevin & Lena im Kinderland?

Das gilt auch dann, wenn der Veranstalter eine Möglichkeit anbietet, dass Eltern ihr Kind „abgeben“ können und dann ungestört feiern können sollen. Werden auch sie abgelenkt bzw. durch die Aufmachung und Konzeption in der Vorstellung gestärkt, dass der Veranstalter auf das Kind aufpassen werde, dann ist auch der Veranstalter in gesteigertem Maß (wenn nicht sogar vollumfänglich) für die Sicherheit des Kindes verantwortlich.