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aus dem Eventrecht

Abiturfeier: Besucher stürzen 6 Meter tief

Von Thomas Waetke 25. Juni 2012

Kurz vor dem Ende einer Abifeier in der Stadthalle Hagen (NRW) wurden am frühen Sonntag Morgen zwei Besucher schwer verletzt, als sie von einer Dachterrasse 6 Meter tief abstürzten. Offenbar in „lustiger Stimmung“ und „flirtend“, so die Polizei, betraten ein junger Mann und eine junge Frau die Dachterrasse; sie setzte sich auf das Geländer.

Als sie das Gleichgewicht verlor, wollte der Mann sie noch festhalten, beide prallten aber auf den gepflasterten Boden. Die während dem Unfall noch anwesenden anderen Besucher wurden durch Notfallseelsorger betreut.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

In diesem Fall wird den Betreiber der Versammlungsstätte vermutlich kein Vorwurf gemacht werden können, da er nicht dafür verantwortlich gemacht werden kann, wenn ein Besucher ein Geländer „missbraucht“. Der Betreiber muss das Erforderliche und Zumutbare unternehmen, um Schäden zu verhindern. Soweit das Geländer ordnungsgemäß befestigt und ausreichend hoch war, unterfällt es dem Lebensrisiko des Besuchers, wenn er sich darauf setzt und herunter fällt: Geländer sind ersichtlich nicht dazu gemacht, dass man sich darauf setzt. Dies hat der durchschnittlich aufmerksame Besucher zu wissen, und nur mit diesem muss der Betreiber rechnen.

Zur Haftung beim Sturz von einer Public Viewing-Tribüne siehe hier.