Abifeier

Abschlussparty, Abitur, Schule
Abifeier

Die Abifeier bzw. Abschlussparty von Schulabgängern ist eigentlich eine Veranstaltungsart mit zumindest eine Besonderheit: Die Frage nach dem Veranstalter.

Wer ist Veranstalter einer Abifeier?

Veranstalter ist, wer das wirtschaftliche Risiko übernimmt, die wesentlichen Entscheidungen trifft (was, wann, wo, wie…?) oder auch durch sein Verhalten als Veranstalter wahrgenommen wird.

Bei einer Abifeier oder Abschlussparty können das bspw. sein:

  • Die Schule,
  • die Schulklasse,
  • einzelne Schüler/Schülerinnen,
  • Eltern.

Es kann auch sein, dass mehrere Personen parallel Veranstalter sind = sog. Mit-Veranstalter. Lesen Sie dazu auch meinen Beitrag:

LG Detmold: Auch eine Schulklasse kann Veranstalter sein (Abifeier)

So kann also auch ein einzelner Schüler oder die ganze Klasse Veranstalter und damit komplett persönlich (!) haftbar sein. Typischerweise verfügen Schüler oder auch Eltern nicht über das notwendige Fachwissen, einen Abschlussball bzw. eine Party mit oftmals hunderten Besuchern zu organisieren und ordnungsgemäß durchzuführen. Es kann dann sinnvoll sein, sich bspw. einen Dienstleister zu suchen, der dabei unterstützt.

Notwendige Maßnahmen

Nur weil es sich bei der Veranstaltung um eine nicht kommerzielle oder gewerbliche Veranstaltung handeln mag, bedeutet das nicht, dass es keine hohen Anforderungen an Sicherheit und Rechtmäßigkeit bestehen würden. Denn auch der Besucher eines Abiballs darf davon ausgehen, dass er gesund und lebend wieder aus der Veranstaltung herauskommt.

Daher gelten plus/minus alle Regelwerke, die bei einer gewerblichen Veranstaltung auch gelten.

Allenfalls in Details gibt es Unterschiede, z.B.:

  • im Steuerrecht, da ein einmaliger Abiball für Schüler/Eltern als Veranstalter kein Gewerbe ist.
  • soweit die Veranstaltung tatsächlich “privat” ist, entfallen bspw. die Anforderungen aus dem Urheberrecht.

Empfehlungen:

Ich habe oft Zuschriften von Eltern erhalten, die wissen wollten, was sie tun sollen. Ein paar Empfehlungen:

Derjenige, der für eine Abifeier als Veranstalter in Betracht kommt, sollte eine (Veranstaltungs-)Haftpflichtversicherung abschließen. Er muss dabei darauf achten, dass das Vorhaben (Raum mieten, Technik mieten, Party machen…) ausreichend von der Versicherung abgedeckt ist.

Unter Umständen kann es sinnvoll sein, eine professionelle Agentur hinzuziehen, die beratend unterstützt. Oder auch einen Sicherheitsdienst beauftragen, 2-3 Security abzustellen, die ein Auge auf die Veranstaltung haben. Ich hatte schon besorgte Eltern, die auf mein Anraten hin tatsächlich 2 Security beauftragt hatten, vor der Party auf dem Parkplatz im Auto “parat zu stehen”, und tatsächlich konnten sie dann helfend eingreifen. Dabei geht es nicht nur immer um eine Schlägerei, sondern auch bspw. um Brandschutzfragen.

Auch sinnvoll ist, die Abifeier in einer Location stattfinden zu lassen, die Erfahrung mit solcherlei Veranstaltungen und (umprofessionellen) Veranstaltern hat und bestenfalls selbst Wert auf einen gewissen Mindeststandard an Sicherheitsmaßnahmen legt.

Im Vorfeld sollte ausdrücklich geklärt werden, wer Veranstalter der Abifeier ist. Es wäre ein unschöner Start in das Leben nach dem Schulabschluss, wenn man sich gleich verschuldet, weil die Veranstaltung schief geht und man gar nicht bemerkt hat, dass man als Veranstalter verantwortlich ist.

Man sollte die Frage, ob die Veranstaltung öffentlich (hier) oder privat (hier) ist, nicht vorschnell entscheiden – oft in dem Irrglauben, man lasse ja nur Klassenkameraden und Eltern rein, sei man auch “privat”.

Manchmal laden Agenturen, die sich auf Abifeiern spezialisiert haben, verantwortliche Schüler ein: Da wird eine schöne Locationstour gemacht und der Schüler von allen Seiten bequatscht und betütelt, bis er einen Vertrag unterschreibt – oftmals ohne ihn gelesen zu haben.

Dringende Empfehlung:

Nicht vor Ort unterschreiben, auch wenn die Agentur noch so lockt, bittet und fleht, dass man sofort unterschreiben soll/muss. Gerade diese Drängelei sollte den Schüler stutzig machen!

Nehmen Sie den Vertrag mit nach Hause und lesen ihn in Ruhe durch, lassen Sie auch andere reinschauen. Lassen Sie sich keinesfalls unter Druck setzen. Das bisschen Rabatt, dass man Ihnen verspricht, wenn Sie sofort unterschreiben, wiegt im Regelfall die Risiken durch eine “blinde” Unterschrift nicht auf.

Zur Übersicht der Veranstaltungsarten.

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