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aus dem Eventrecht

Abbauhelfer durch Gabelstapler verletzt

Von Thomas Waetke 19. Dezember 2011

In New York (USA) ist am Sonntag ein jugendlicher Helfer schwer verletzt worden, als er beim Abbau einer Bühne für eine Gedenkveranstaltung geholfen hatte. Beim Abbau kollidierte ein Gabelstapler mit der Bühne und riss dabei Gerüstteile um, unter die der Helfer begraben wurde.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Wäre das deutsche Recht anwendbar, hätte der Unfall folgende Auswirkungen:

1.) Unfallversicherung

Soweit der Helfer ein Arbeitnehmer war, würde die gesetzliche Unfallversicherung einspringen. Dies gilt im Übrigen grundsätzlich auch dann, wenn der Helfer nicht ordnungsgemäß durch seinen Arbeitgeber angemeldet wurde.

2.) Arbeitsschutz

Es wäre zu prüfen, ob der Arbeitgeber gegen arbeitsschutzrechtliche Vorschriften verstoßen hat. Da der Helfer erst 17 Jahre alt war, wäre bspw. zu prüfen, ob die Arbeitszeit des Jugendlichen beachtet wurde. Grundsätzlich darf ein Jugendlicher am Sonntag nicht beschäftigt werden. Ausnahmen von dem Sonntagsarbeitsverbot für Jugendliche gibt es bspw. (siehe § 17 Abs. 2 Jugendarbeitsschutzgesetz)

  • im Schaustellergewerbe,
  • bei Musikaufführungen, Theatervorstellungen und anderen Aufführungen sowie bei Direktsendungen im Rundfunk (Hörfunk und Fernsehen),
  • im Gaststättengewerbe.

Das bedeutet, dass bspw. Arbeiten beim Abbau einer Musikaufführung am Sonntag ausnahmsweise erlaubt sind – wenn diese Arbeiten nicht an einem Werktag vorgenommen werden könnten. Diese Entscheidung hat der Arbeitgeber eigenverantwortlich zu treffen. Er muss dann aber auch auf den Freizeitausgleich achten.

Außerdem wäre zu prüfen, ob

  • der Helfer sich an der Bühne überhaupt hatte aufhalten dürfen;
  • ob der Helfer den Arbeiten mit seiner Erfahrung und seinem Alter gewachsen war;
  • der Einsatz des Gabelstaplers unter den nötigen Sicherheitsvorkehrungen erfolgt war; usw.