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aus dem Eventrecht

Überwachungsvideos von Duisburg online

Von Thomas Waetke 30. August 2010

Der Veranstalter der Loveparade in Duisburg, bei der es 21 Tote und über 500 Verletzte gegeben hat, hat verschiedene Videos von Überwachungskameras online gestellt, um damit die nach seiner Ansicht bestehenden Fehler der Polizei aufzuzeigen.

Auf der Internetseite www.dokumentation-loveparade.com gibt es u.a. einen ca. sechsminütigen „Dokumentarfilm“ als Zusammenschnitt von Aufzeichnungen, erklärenden Animationen, Zeugenaussagen usw. Die Videomitschnitte enden um 16.40 Uhr, da man aus Respekt von den Angehörigen und Opfern von einer weiteren Veröffentlichung abgesehen habe.

Die Polizeigewerkschaft kritisiert die Veröffentlichung, da dadurch Zeugen beeinflusst werden könnten.

Bei Wikileaks finden sich zwischenzeitlich mehrere interne und auch „vertrauliche“ Dokumente. Aus einem Dokument, das als Sitzungsprotokoll veröffentlicht wurde, geht hervor, dass diskutiert wurde, dass der Veranstalter die rechnerischen 440 Meter Fluchtwegsbreite nicht habe, da dies angeblich bisher auch nie gefordert wurde und nicht praktikabel sei; während offenbar manche Teilnehmer der Sitzung die Beachtung der gesetzlichen Regelungen forderten, teilte ein hochrangiger Teilnehmer den Wunsch des Bürgermeisters mit, die Loveparade solle stattfinden. Die Teilnehmer wurden aufgefordert, aktiv Lösungen zu suchen, damit die Veranstaltung durchgeführt werden könne. Dies zeigt, dass bei der Loveparade – ebenso wie sicherlich bei vielen anderen Events – der politische Wille mitursächlich war, dass man sich über die einen oder anderen Sicherheitsbedenken hinweggesetzt hat. Allerdings wäre es falsch, hieraus gleich den Schluss zu ziehen, dass dies dann auch tatsächlich zu dem Unglück geführt hat. Denn offenkundig war die mangelde Fluchtwegbreite auf dem Gelände ja nicht ursächlich für das Gedrängel im Eingangsbereich, das zu den Todesfällen geführt hatte.