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8/17 Kann Sicherheit “falsch” sein?

8/17 Kann Sicherheit “falsch” sein?

by 10. Januar 2017

Der Oberbürgermeister der baden-württembergischen Stadt Tübingen, Boris Palmer (GRÜNE) hatte Anfang Januar auf seiner Facebook-Seite das Thema Sicherheit aufgegriffen. Vorangegangen war die Feststellung, dass Kongressgebäude aus brandschutzgründen nicht mehr nutzbar seien.

Die vielen Vorschriften würden Veranstaltungen verhindern und hohe Kosten verursachen.  “Die Zahl der Feuertoten ändert sich seit der Verschärfungswelle überhaupt nicht. Fast alle werden im Schlaf überrascht. Ok, einzelne nicken auch im Hörsaal ein, aber das ist ein beherrschbares Risiko. Gefährlich wird es erst, wenn die Leute wieder auf die Straße gehen. In öffentlichen Gebäuden sterben weniger als zehn Menschen pro Jahr wegen Bränden. Auf öffentlichen Straßen jedes Jahr 3.000 Menschen.” Palmer schließt mit der Forderung: “Wir sollten uns um die Gefahren kümmern, die real sind.”

Da stellt sich die Frage:

Verhindern nicht gerade die vielen Vorschriften mehr Todesopfer?

Hierauf darf man aber nicht vorschnell mit “ja” antworten: Ich stelle in meinen Seminaren immer wieder fest, dass die wenigsten Vorschriften überhaupt bekannt sind. Selbst Betreiber von Versammlungsstätten kennen ihre Landes-Versammlungsstättenverordnung nicht. Unfallverhütungsvorschriften sind oft in Gänze unbekannt.

Was also bringen die schönsten Vorschriften, wenn sie niemand kennt?

Tatsächlich muss man feststellen, dass im Verhältnis zur alltäglichen Anzahl von Veranstaltungen und Besuchern die Opferzahlen doch recht gering erscheinen. Insoweit erscheint auch der Einwand durchaus berechtigt, man dürfe es mit Sicherheit nicht allzusehr übertreiben. Wie so oft: DIE Lösung gibt es nicht.

 

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