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455/16 Besucher rutscht aus: Gebäudezweck entscheidend?

455/16 Besucher rutscht aus: Gebäudezweck entscheidend?

by 29. November 2016

Nicht nur wenn es regnet, auch im Winter ist der Boden oft nass, damit auch der Boden im Eingangsbereich einer Location, eines Supermarktes, einer Apotheke usw. Rutscht ein Besucher aus, stellt sich oft die Frage, ob der Eigentümer bzw. Veranstalter das hätte verhindern müssen (und können).

Tatsächlich unterscheiden die Gerichte:

Muss der durchschnittlich aufmerksame Gast ggf. damit rechnen, dass es im Eingangsbereich rutschig ist? Z.B. weil es draußen regnet oder schneit und damit auf der Hand liegt, dass es auf den ersten Metern in einem Gebäude auch nass sein könnte?

Ist es dafür auch ausreichend hell, wird der Gast nicht besonders abgelenkt, um die Gefahrenstelle zu erkennen?

Vor Kurzem hat das Amtsgericht München bspw. entschieden, dass eine Apotheke keine gesteigerten Sorgfaltspflichten treffe: Der Besucher einer Apotheke werde nicht besonders abgelenkt durch das Warenangebot und es sei normalerweise ausreichend hell. In Apotheken herrsche regelmäßig kein Publikumsandrang, der die Einsehbarkeit des Bodenbereichs für Kunden signifikant einschränkt, argumentiert das AG München.

Das bedeutet aber nicht, dass bspw. bei Veranstaltungen mit hohem Publikumsandrang automatisch eine Haftung des Veranstalters oder Betreibers besteht: Denn auch hier kann sich der gemeine Besucher denken, dass es auf den ersten Metern nass sein kann, wenn es draußen auch nass ist. Und: Jeder weiß, dass man selbst bei häufigem Wischen einen Boden bei starkem Publikumsverkehr niemals trocken bekäme, so dass man umso mehr auch vorsichtig gehen muss.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Warnhinweis glatter Fußboden: © Alterfalter - Fotolia.com