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437/16 Arbeitszeit im Sicherheitskonzept?

437/16 Arbeitszeit im Sicherheitskonzept?

by 8. November 2016

Sicherheitskonzept für die Veranstaltung… niemand wird wohl ernsthaft behaupten können, er habe das Rezept schlechthin gefunden, wie ein Sicherheitskonzept inhaltlich aussehen muss. In diesem Zusammenhang hatte sich in einem Arbeitskreis zum Thema Veranstaltungssicherheit, an dem ich teilnehmen durfte, vor ein paar Tagen eine interessante Frage aufgetan:

Die Mitarbeiter des Ordnungs- bzw. Sicherheitsdienstes haben u.a. die Funktion, im Gefahrenfall tätig zu werden, bei der Räumung der Veranstaltungsstätte zu helfen usw. Sie, aber auch Mitarbeiter des Veranstalter, aber auch Berater bspw. in der Sicherheitszentrale des Veranstalters, sind oft stundenlang auf der Veranstaltung – nicht selten deutlich über die gesetzlich zulässige Arbeitszeit hinaus.

Wenn man einmal unterstellt, dass ein Vorfall zu einem späteren Zeitpunkt eintritt, der aber wiederum die volle Konzentration der betreffenden Verantwortlichen erfordert, stellt sich folgende Frage:

Muss das Sicherheitskonzept (soweit es denn erstellt wird, ansonsten ggf. andere Maßnahmen) nicht vorsehen, dass überprüft wird, ob die relevanten Personen ausreichend ausgeschlafen sind?

Oder kann man davon ausgehen, dass sich das Personal an das Arbeitszeitgesetz hält (zumal dann, wenn man es vorher mit den Dienstleistern ausdrücklich vereinbart hat)?

Meiner Meinung nach muss das Konzept eine solche Prüfung zumindest dann vorsehen, wenn nahe liegt, dass Arbeitszeitverstöße erfolgen werden bzw. diese gar positiv (und sei es nur aus der Vergangenheit) bekannt sind.

Ob solche Maßnahmen sich nun im „Sicherheitskonzept“ selbst finden, oder sie aufgrund andere Planungen durchgeführt werden, spielt letztlich ja keine Rolle. Es wäre aber fatal, wenn man sich darauf zurückzieht, dass die Arbeitszeit ja gesetzlich vorgeschrieben sei und man einfach unterstelle, alle würden sich daran halten.

Letztlich ist das Risiko der Übermüdung von relevanten Verantwortlichkeiten genauso ein Risiko wie Unwetter, Feuer usw. Hinzu kommt, dass ggf. das Sicherheitspersonal als tragende Säule bei einer Räumung eingeplant ist; schläft aber ein Mitarbeiter, was hilft dann die Planung? Ohnehin ist eine noch so schöne Planung witzlos, wenn die Umsetzung nicht gesichert ist.

Ob und inwieweit man den Umstand berücksichtigen muss, dass im Krisenfall auch der müdeste Mitarbeiter einen solchen Adrenalinschub bekommt, dass er ganz schnell wieder ganz fit ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber es wäre m.E. jedenfalls riskant, hierauf zu bauen bzw. das Problem einfach ganz auszublenden – jedenfalls dann, wenn man damit rechnen muss, dass wichtige Personen ab einem bestimmten Zeitpunkt bzw. einer bestimmten Dauer der Arbeit auf der Veranstaltung einfach nicht mehr die Leistung abrufen können, die aber ggf. für das richtige (bzw. bestmögliche) Handeln notwendig wäre.

 

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