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43 Mio Euro Schadenersatz für Artisten nach schwerem Unfall

43 Mio Euro Schadenersatz für Artisten nach schwerem Unfall

Von Thomas Waetke 22. Dezember 2020

Bei einer Zirkusvorstellung in Rhode Island (USA) sind 2014 8 Luftakrobatinnen aus 7 Metern abgestürzt, sie und eine am Boden befindliche Tänzerin wurden teilweise schwer verletzt. Es hatte sich herausgestellt, dass eine Aufhängung an der Decke gebrochen war.

Vor Gericht hatten sich die 9 Frauen und der Eigentümer der Location auf über 52 Mio US-Dollar, also ca. 43 Mio Euro, Schadenersatz geeinigt.

Der Eigentümer war als Verantwortlicher für die Aufhängung an der Hallendecke als Verantwortlicher identifiziert worden. Bei dem Unfall waren ca. 4.000 Kinder und Erwachsene anwesend, ein Sicherheitsnetz war bei der Nummer planmäßig nicht im Einsatz.

Hintergrundinfo
Bekanntlich fallen in den USA das Schmerzensgeld und Schadenersatzansprüche bei Körperschäden erheblich höher aus als bei uns. Der Hintergrund ist einfach: Hoher Schadenersatz soll abschreckend wirken, und neben einem pönalen Charakter eben auch präventiven Charakter haben. In Deutschland hingegen geht es wie das Wort sagt nur um den Ersatz des tatsächlichen Schadens. So werden bspw. bei einem Todesfall oftmals auch nicht die Kosten der Beerdigung erstattet, mit dem nüchternen Argument, der Verstorbene wäre ohnehin irgendwann verstorben. In Deutschland können aber sorgerechtliche Kosten erstattungspflichtig sein, bspw. wenn die Kinde plötzlich keinen Vater mehr haben, der Einkommen erzielt.

Übrigens:

Würden Sie alle in Deutschland notwendigen Verantwortlichen benennen können, die bei einer solchen Aufführung „da“ sein müssten? In unserer Übersicht Verantwortliche finden Sie ca. 70 Funktionsträger – einmal aufgelistet nach Namen, und einmal aufgelistet nach Tätigkeitsbereich.

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