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404/16 Astroturfing und Graswurzelbewegung

404/16 Astroturfing und Graswurzelbewegung

by 12. Oktober 2016

Auffallen um jeden Preis? Veranstalter wollen ihre Veranstaltung bewerben, Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen… dann kommen Marketing-Maßnahmen ins Spiel, die nicht immer legal sind. Als Teil des sog. Guerilla-Marketings, das per se nicht unbedingt rechtswidrig sein muss, gibt es das Astroturfing.

Der Begriff stammt von einem Kunstrasenhersteller und bedeutet eigentlich „Graswurzelbehandlung“. Im juristischen Sinne bedeutet Astroturfing, dass das Unternehmen wirbt, ohne dabei selbst zu werben: Ein Mitarbeiter oder eine beauftragte Agentur schreibt bspw. eine Bewertung oder einen Wikipedia-Beitrag über sein Unternehmen bzw. seinen Kunden. Dabei soll der Eindruck erweckt werden, die Bewertung bzw. Beschreibung würde von einem neutralen Schreiber stammen.

Schleichwerbung

Ich erlebe es immer häufiger, dass Unternehmen auf diese Art tricksen. Juristisch handelt es sich aber oftmals dann um Schleichwerbung.

Schreibt z.B. ein Geschäftsführer an einem Wikipedia-Beitrag mit über sein Unternehmen bzw. seine Dienstleistung, so ist das (Schleich-)Werbung, da der Leser einen objektiv recherchierten Beitrag erwartet. Das gilt genauso, wenn er nicht sein eigenes Unternehmen „bewirbt“, sondern Dienstleistungen oder Produkte eines Konkurrenten, die er dann entsprechend negativ darstellt.

Ebenso ein anderes Beispiel: Ein Mitarbeiter schreibt entsprechende Bewertungen über seinen Arbeitgeber; sind diese letztlich von ihm veranlasst worden oder hat der Mitarbeiter offenkundig kein eigenes privates Interesse an der Bewertung bzw. Äußerung gehabt, so wird diese Äußerung dem Arbeitgeber zugerechnet.

Dann spricht man von sog. unlauterer Werbung (vgl. § 5 Absatz 6 UWG), die dem „werbenden“ Unternehmen teuer zu stehen kommen kann.

Auch aufgrund der starken Wettbewerbssituation setzen sich immer mehr Unternehmen gegen unlautere Werbung (zu Recht) zu Wehr, ebenso verfolgen die Wettbewerbszentralen oder der Verbraucherschutz solch unlauteres Verhalten. Man sieht: Vorsicht ist geboten; eine vermeintliche schlaue Idee, auf sich aufmerksam zu machen, ist nicht immer eine legale Idee.

Datenschutz

Beinhalten die Werbemaßnahmen auch den Umgang mit personenbezogenen  Daten (bspw. bei einem Gewinnspiel oder Adress-Sammlungen für Newsletter) greift auch der Datenschutz. Hier ist notwendig, dass der Unternehmer geeignete technische und organisatorische Maßnahmen trifft, um die Datenminimierung und -sicherheit zu gewährleisten.

Dieses Thema wird umso wichtiger ab Mai 2018: Denn dann treten die (teilweise erheblichen) Änderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU in Kraft, die Verstöße mit empfindlichen Bußgeldern belegt.

Wir unterstützen unsere Mandanten schon heute bei den notwendigen Planungen zur Umsetzung der DSGVO. Wer erst Im April 2018 damit anfängt, wird ein Problem bekommen, weil es dann zeitlich kaum noch zu schaffen ist, rechtzeitig die notwendigen Prozesse einzurichten.

Sie planen Werbemaßnahmen rund um eine Veranstaltung oder für Ihr Unternehmen? Datenschutz, Urheberrecht, Markenrecht, Wettbewerbsrecht…

Wir sind Ihr Partner und prüfen die rechtlichen Anforderungen und Grenzen Ihrer Planungen. Bestenfalls nicht erst am Ende, wenn alles fertig ist, sondern schon gleich am Anfang, denn dann kann man noch mit oftmals kleinen Änderungen viel bewirken (und Kosten sparen).

E-Mail an RA Thomas Waetke  Zur Webseite meiner Kanzlei

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