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388/16 Rock am Ring: Keine Ermittlungen gegen Veranstalter

388/16 Rock am Ring: Keine Ermittlungen gegen Veranstalter

by 27. September 2016

Nach dem Unwetter bei dem Festival Rock am Ring, bei dem über 70 Personen verletzt wurden, war eine anonyme Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Koblenz eingegangen. Die Staatsanwaltschaft hat daraufhin allerdings kein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung gegen den Veranstalter eingeleitet. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ergeben sich keine Anhaltspunkte dafür, dass das Sicherheitskonzept unzureichend gewesen wäre, außerdem habe man alle notwendigen Maßnahmen am ersten Festivaltag beachtet. Außerdem, so die Staatsanwaltschaft, würde auch den Besucher die Verantwortung treffen, sich bei einer Unwetterwarnung in Sicherheit zu bringen.

Eigenverantwortung des Besuchers?

Gerade der letzte Punkt wird oft unterschätzt, da sich hier die Frage stellt, ob und inwieweit ein Veranstalter auch für die Räumung vom Veranstaltungsgelände verantwortlich ist; und hieran schließt sich dann die Folgefrage an: Wohin mit den Besuchermassen? Wer ist hier für was verantwortlich? Wo hört die Verantwortung auf? Lesen Sie dazu auch meine folgenden Beiträge:

187/15 Unwetter, Blitze und Orkan: Was muss der Veranstalter tun?

274/15 Räumung nach Unwetter: Schutzraum sicher genug?

Ruhe bewahren!

Das gilt (auch) für die Verantwortlichen: Keinesfalls sollte man der Versuchung unterliegen, aus Bequemlichkeitsgründen die Verantwortung immer vorschnell auf den Veranstalter zu schieben. Umgekehrt muss auch der Veranstalter vorsichtig sein, sich nicht von dritter Seite (Berater, Agenturen, Behörden usw.) vorschnell Verantwortung in die Schuhe schieben zu lassen.

Ich erlebe das selbst immer wieder, dass Verantwortliche unreflektiert Verantwortung übernehmen… und oftmals auch unbewusst und unbeabsichtigt, oder aus falsch verstandenem Sicherheitsdenken heraus. Natürlich ist es nicht verboten, Verantwortung zu übernehmen, auch wenn man dazu gesetzlich nicht verpflichtet ist. Das muss jeder selbst entscheiden. Man sollte sich dann aber über die möglichen Auswirkungen bewusst sein – und ich stelle allzuoft fest, dass diese Weitsicht fehlt, und damit auch die notwendigen Vorkehrungen „im Hintergrund“ (die über die eigentlichen „freiwilligen“ Sicherheitsmaßnahmen weit hinausgehen).

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Festival im Schlamm: © flucas - Fotolia.com