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aus dem Eventrecht

360-Grad-Tournee von U2 verschoben

Von Thomas Waetke 22. Mai 2010

Wegen einer Verletzung des U2-Sängers Bono bei Vorbereitungen zum 3. Teil der 360-Grad-Tournee wurde der Start dieses 3. Teils (geplant für Anfang Juni) verschoben. Bono wurde in München operiert und muss sich noch auskurieren. Die ersten Konzerte in Amerika mussten daher verlegt werden.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Krankheit kann immer dazwischen kommen: Hat der Künstler die Krankheit nicht selbst verschuldet, hat der Veranstalter keinen Anspruch auf Schadenersatz gegen den Künstler.

Der Veranstalter kann aber seinerseits die von ihm eingegangenen Verträge bspw. mit Besuchern, Technikern, Vermieter usw. nicht erfüllen, die Erbringung seiner vertraglichen Leistung (= Auftritt von U2 bzw. die Show) ist zumindest für die ersten Shows unmöglich.

Theoretisch kann der Besucher, der sein Eintrittsgeld bereits bezahlt hat, wieder vom Veranstalter zurückverlangen, wenn das von ihm zu besuchende Konzert ausfällt. Die meisten Fans werden sich jedoch umbuchen lassen, so dass den Veranstaltern in solchen Fällen gerade bei bekannten Künstlern oftmals nur ein verhältnismäßig geringer Schaden entsteht. Gegen solche Schäden könnte sich der Veranstalter im Übrigen versichern lassen (so genannte Ausfallversicherungen).

Oftmals versucht ein Veranstalter, dem drohenden Rückforderungsverlangen von Eintrittsgeldern dadurch zu entgehen, dass er in seinen AGB schreibt: „Der Veranstalter ist berechtigt, aus wichtigem Grund den Veranstaltungstermin zu verlegen oder einen Ersatzkünstler anzubieten.“

Solche AGB-Klauseln sind im Regelfall wegen so genannter unangemessener Benachteiligung unwirksam (siehe § 307 BGB): Der Besucher muss es bei derartigen Fixterminen nicht hinnehmen, dass er nochmals ein andermal anreisen müsste oder gar einen anderen Künstler vor die Nase gesetzt bekäme.