Aktuelles

Urteile, Vorfälle, Kommentierungen...
339/17 Compliance ist mehr als Kampf gegen Korruption

339/17 Compliance ist mehr als Kampf gegen Korruption

by 13. Dezember 2017

Compliance ist mehr als nur die Bekämpfung von Bestechung und Korruption:

System muss funktionieren

Mit der Compliance möchte die Unternehmensleitung dafür sorgen, dass die Mitarbeiter sich an geltende Vorschriften halten können. Daher nennt man die Compliance auch „organisierte Rechtskonformität“: Tatsächlich gibt es ja bereits haufenweise Vorschriften. In Compliance muss ich dem Mitarbeiter also nicht sagen, dass er sich an das Gesetz halten möge – denn das steht ja schon im Gesetz. Ich muss dem Mitarbeiter aber Strukturen an die Hand geben und ermöglichen, damit er sich bei seinen Tätigkeiten auch an das Gesetz halten kann.

Die schönsten Compliance-Richtlinien helfen nichts, wenn dahinter kein funktionierendes System steht. So müssen die Mitarbeiter u.a. in den Vorgaben regelmäßig geschult werden. Außerdem muss es einen Prozess geben, der das System in angemessenen Umfang überwacht und kontrolliert und Schwachstellen beseitigt.

Wenn die Unternehmensleitung die Funktionsfähigkeit nachweisen kann, kann sich dadurch einer eigenen Strafbarkeit entgehen, wenn sich ein Mitarbeiter strafbar machen sollte.

Lesen Sie dazu auch meinen Beitrag BGH würdigt Compliance bei Höhe von Bußgeldern.

Weitere Inhalte

Neben den Klassikern „Bestechung“ und „Bestechlichkeit“ kann Compliance aber deutlich mehr. Nur: Nun wird es erfahrungsgemäß anstrengender. Es ist noch einfach, dem Mitarbeiter zu sagen, er möge sich nicht bestechen und andere nicht bestechen – bspw. wenn es um Einladungen zu Veranstaltungen geht.

Aber man denke nun mal an das Thema Arbeitszeit, das dazu führt, dass die eigenen Mitarbeiter gar nicht die ganze Veranstaltungsdauer über dabei sein dürfen. Oder an die Verkehrssicherungspflicht, die dazu führen könnte, dass die gewünschte Dekoration doch nicht eingesetzt werden kann.

Auch hier könnten – wenn man denn die Rechtskonformität ernst nehmen würde wollen – entsprechende Strukturen geschaffen werden, dass die Mitarbeiter sich auch im normalen Veranstaltungsbetrieb an das geltende Recht halten können.

Und: Der Vorgesetzte kann seine Augen nicht überall haben. Er ist aber möglicherweise (mit-)verantwortlich, wenn etwas auf der Veranstaltung passiert, auch wenn er es gar nicht gesehen hat. Daher kann man die Compliance auch weiter fassen, und bspw. Mitarbeiter und Dienstleister entsprechend dazu verpflichten, mögliche Probleme und Gefahrenstellen unverzüglich zu melden, damit man auf sie reagieren kann.

www.eventfaq.de/thomas-waetke

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • schlechtes in gutes wandeln: © vege - Fotolia.com