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334/17 Arbeitsunfall bei betrieblichem Bowling-Turnier

334/17 Arbeitsunfall bei betrieblichem Bowling-Turnier

Von Thomas Waetke 8. Dezember 2017

Es sind nicht immer die großen Unfälle auf großen Festivals, oft auch kleine Unfälle auf kleinen Veranstaltungen – die passieren nicht nur oft, sondern sind meistens auch gravierend.

Vielfache Beispiele: Mitarbeiter werden auf Dienstreise verschickt, und erleiden dort einen Unfall. Rechtlich problematisch wird es, wenn der Unfall dann nicht im Rahmen einer Konferenz passiert, sondern bei einer Veranstaltung des “Rahmenprogramms”. Denn dann stellt sich die Frage, ob es sich (noch) um einen Arbeitsunfall handelt.

Was passiert, wenn ein Mitarbeiter zu einer Konferenz geschickt wird, bei der die Teilnehmer am Abend an einem Bowling-Turnier teilnehmen, und sich dabei ein Arbeitnehmer verletzt? So geschehen nun ein Unfall, der vor dem Sozialgericht Aachen landete. Der Mitarbeiter stürzte auf der Bowlingbahn und verletzte sich an der Schulter. Die Unfallkasse lehnte einen Arbeitsunfall ab, da sich der Mitarbeiter beim Bowling privaten Belangen gewidmet.

Der Mitarbeiter wehrte sich dagegen vor dem Sozialgericht und bekam nun Recht: Es war ein Arbeitsunfall.

Maßgeblich hierfür ist nach Auffassung des Sozialgerichts, dass dem Mitarbeiter eine Teilnahme an der Fortbildung von seinem Arbeitgeber vorgeschrieben worden war und das Bowling-Turnier fester Programmpunkt der Veranstaltung war. Da der Zweck der Veranstaltung der Austausch mit Mitarbeitern des Partnerunternehmens gewesen sei, von der beide Betriebe zu profitieren hofften, habe der verletzte Mitarbeiter mit der Teilnahme am Bowling-Turnier eine Nebenpflicht aus seinem Arbeitsverhältnis erfüllt. Dass das Bowling-Turnier daneben auch persönlichen Belangen des Mitarbeiters wie der sportlichen Betätigung gedient habe, lasse den im Vordergrund stehenden betrieblichen Zweck nicht entfallen, so das Sozialgericht.

 

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