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331/16 Buchung einer Überfahrt mit Fähre ist keine Reise

331/16 Buchung einer Überfahrt mit Fähre ist keine Reise

by 19. August 2016

Das Reiserecht ist nicht nur angesichts der Sommerferien aktuell, sondern ein Rechtsgebiet mit vielen Besonderheiten (und Kuriositäten). Eine Besonderheit besteht u.a. darin, dass durch die Bündelung verschiedener Reiseleistungen ein besonderes Rechtsgebiete gilt: Das Reiserecht. Der Reisende hat dann (nur) einen Vertrag mit dem Reiseveranstalter, der alle Reisebestandteile bündelt (siehe § 651a BGB). Einer Vorteile für den Reisenden: Geht etwas schief, kann er sich direkt an diesen einen Reiseveranstalter wenden, der dann (aus Sicht vieler deutschen Reisenden) seinen Sitz in Deutschland hat.

Eine Reise liegt dann aber nicht vor, wenn eine Überfahrt mit einer Fähre gebucht wird inklusive einer Kabine – jedenfalls dann nicht, wenn letztlich nur die Beförderung von A nach B im Vordergrund steht, und die Übernachtung in der Kabine keinen Erholungswert bietet und auch nicht klassischerweise einen Urlaubscharakter aufweist. Dann hat der “Reisende” nicht die Vorteile des Reiserechts, und muss sich im Zweifel an die Reederei selbst wenden, auch wenn diese ihren Sitz im Ausland hat.

Umgekehrt heißt das nicht, dass nun jeder Schifffahrt mit dem Auto nicht unter das Reiserecht fiele – maßgeblich ist, was im Vordergrund steht: Die Beförderung bzw. der Transport, oder (auch) der Urlaubswert während der Fahrt.

Übrigens greift das Reiserecht auch dann, wenn man selbst nicht gewerblich als Reiseveranstalter tätig ist, d.h. auch ein Sportverein, der seinen Mitglieder eine Reise mit dem Bus in ein Skigebiet mit Hotelübernachtungen anbietet, kann Reiseveranstalter im Sinne des § 651a BGB sein.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Autofähre auf der Überfahrt: © strubel - Fotolia.com