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300/17 Zusatzurlaub für Nichtraucher? Eine gute Idee?

300/17 Zusatzurlaub für Nichtraucher? Eine gute Idee?

by 3. November 2017

Ein Unternehmen in Japan macht gerade Schlagzeilen mit einem Zusatzurlaub von 6 Tagen, den nichtrauchende Mitarbeiter bekommen. Und schon kommen auch Unternehmen aus Deutschland, die überlegen, diese Idee aufzugreifen und auch ihren Mitarbeitern anbieten.

Ist das überhaupt zulässig?

Das Problem: Arbeitnehmer dürfen nicht benachteiligt werden… Hinter der Idee des Zusatzurlaubs steht der Gedanke, dass Raucher innerhalb der Arbeitszeit rauchen und damit im Ergebnis weniger arbeiten als der Nichtraucher, der eben keine Raucherpausen nimmt.

Aber hier zeigt sich: Es gibt Raucher, die außerhalb der Arbeitszeit bzw. zusätzlich zur Arbeitszeit rauchen – diese müssten dann wie Nichtraucher behandelt werden und auch den Zusatzurlaub erhalten. Und was ist mit Rauchern, die nur eine Raucherpause pro Tag einlegen und somit weniger als 6 Tage im Jahr “Fehlzeit” haben? Und was ist mit Mitarbeitern, die mehrmals am Tag mit der leeren Kaffeetasse in die Küche spazieren, sich einen Kaffee machen, und wieder Kaffee-schlürfend zurückschlendern bzw. im Büro Kaffee trinken? Und was ist mit dem Mitarbeiter, der mehrmals am Tag seine Whatsapp-Nachrichten liest und beantwortet?

Wenn also nur Nichtraucher einen Zusatzurlaub bekommen, dann wird eine solche Regelung schnell benachteiligend und damit unwirksam.

Überhaupt muss es gut überlegt sein, wenn Mitarbeiter verschiedentlich behandelt werden sollen: Seien es Raucher, Sportler, Kaffeetrinker usw. – oder auch Teilzeitkräfte, Minijobber, Festangestellte…

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Zigaretten in Aschenbecher: © 5second - Fotolia.com