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28/12 Umsatzsteuer beim Partyservice

by 25. Januar 2012

Der Bundesfinanzhof hat sich erneut mit der Frage des Umsatzsteuersatzes bei Leistungen eines Partyservice beschäftigt. Im konkreten Fall hatte ein Partyservice bestellte Speisen in verschlossenen Warmhalteschalen seinen Kunden geliefert.

Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass die Leistungen eines Partyservices grundsätzlich der Regelumsatzsteuer unterfalle, und damit mit 19% Umsatzsteuer zu belegen sei.

Der ermäßigte Steuersatz von 7% Umsatzsteuer käme nur in Betracht, wenn der Partyservice Standardspeisen ohne eine weitere Dienstleistung liefere und die Lieferung der Speisen der dominierende Teil des Umsatzes ist.

Grundsätzlich sei eine Speise eine „Standardspeise“, wenn sie nicht auf vorherige Bestellung eines Kunden, sondern entsprechend der allgemein vorhersehbaren Nachfrage abgegeben werde, so der BFH.

Würde wie im konkreten Fall ein Büffet für 70 Personen mit aufeinander abgestimmten Speisen geliefert, unterfalle diese Leistung der Regelbesteuerung mit 19% Umsatz- steuer.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke: 

Das Urteil zeigt erneut, wie schwierig eine Abgrenzung zwischen Lieferung (= 7%) und sonstiger Leistung (= 19%) ist. Das Urteil zeigt aber auch, wie wichtig im Vorfeld eine sorgfältige Prüfung sein kann:

Wenn der Partyservice nämlich nur 7% Umsatzsteuer auf die Rechnung schreibt und der Kunde zahlt nur die 7% und fordert das Finanzamt aber erfolgreich die 19% Umsatzsteuer, dann muss der Partyservice 12% unerwartet und zusätzlich aus seinen Einnahmen abführen: Er hat ja zuvor nur 7% vereinnahmt, er muss also die fehlenden 12% entweder versuchen, beim Kunden nachzuberechnen, oder sie quasi aus seinem Gewinnanteil abführen und den Gewinn damit noch weiter schmälern.

Lesen Sie zu diesem Thema auch die Beiträge Umsatzsteuer bei der Currywurst, Steuersatz beim Verkauf von Popcorn, und allgemein: Dienstleistung vs. Verkauf von Gegenständen.