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272/15 Festival wegen Facebook-Äußerungen der Mitarbeiter abgesagt

272/15 Festival wegen Facebook-Äußerungen der Mitarbeiter abgesagt

Von Thomas Waetke 2. September 2015

Im englischen Manchester wurde das Napalm-Festival vom Veranstalter abgesagt, nachdem mehrere Bands ihre Teilnahme widerrufen hatten. Grund dafür waren Äußerungen von Mitarbeitern auf Facebook über den Tod einer jungen Frau, die sich als Gothic verkleidet hatte und ihrem Freund bei einem Angriff zu Hilfe kommen wollte. Die Mitarbeiter der Veranstaltungsagentur machten sich über sie lustig. Das Festival wurde nun kurzfristig durch eine Benefizveranstaltung ersetzt.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Es sei einmal dahin gestellt, ob eine Band einen Auftritt absagen darf, nur weil Mitarbeiter des Veranstalters widerwärtige Äußerungen verbreiten.

Ich möchte aber diesen Vorfall nutzen, darauf aufmerksam zu machen, dass ein “Social Media Guide” für seine Mitarbeiter durchaus Sinn machen kann: Darin sollte der Arbeitgeber regeln, was Mitarbeiter äußern dürfen – insbesondere eben im Namen des Unternehmens oder in einem Internetauftritt des Unternehmens. Ist nämlich in einer Äußerung eines Mitarbeiters eine Rechtsverletzung enthalten (z.B. eine markenrechtliche Verletzung), kann diese schnell dem Arbeitgeber zugerechnet werden – der dann die Abmahnung zahlen darf. So erging es bspw. einem Unternehmen vor dem Landgericht Freiburg: Ein Arbeitnehmer hatte auf seinem eigenen XING-Profil Werbung für seinen Arbeitgeber gemacht, allerdings garniert mit einer wettbewerbsrechtlichen Verletzung. Dieses Verhalten wurde dem Arbeitgeber zugerechnet (siehe § 8 Absatz 2 UWG).

Letztlich ist das ähnlich, wenn der Mitarbeiter durch fehlerhaftes Verhalten einen Besucher der Veranstaltung verletzt: Auch in diesem Fall kann der Arbeitgeber mitverantwortlich sein.

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

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