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255/17 Höhere Vergütung bei Schlechtwetter?

255/17 Höhere Vergütung bei Schlechtwetter?

by 14. September 2017

Insbesondere bei Veranstaltungen unter freiem Himmel kann es zu Verzögerungen bei Aufbau oder Abbau kommen, bspw. bei schlechtem Wetter. Errichtet bspw. der Bühnenbauer die Bühne und muss aufgrund eines Unwetters die Arbeiten unterbrechen, dann kann sich die Frage ergeben, wer die pausenbedingten Mehrkosten trägt.

Der Bundesgerichtshof hat nun diese oft übersehene und unterschätzte Frage entschieden: Soweit im Vertrag dazu nichts vereinbart ist, hat der Auftragnehmer grundsätzlich Pech. Das ist meist bspw. bei Pauschalpreisen der Fall. Aber selbst dann, wenn eine Abrechnung nach Zeitaufwand vereinbart war, droht dem Auftragnehmer, dass er auf den Mehrkosten sitzen bleibt.

Nach Ansicht des Bundesgerichtshofes kann der Auftragnehmer nur dann eine Entschädigung verlangen, wenn der Auftraggeber seinen Pflichten am Bau nicht nachkommt und das Bauwerk deshalb nicht fertiggestellt werden kann (vgl. auch § 642 BGB).

Eine solche Pflicht muss sich aber aus dem Vertrag ergeben:

  • Entweder ist ausdrücklich eine Anpassung für den Schlechtwetterfall vereinbart,
  • oder es wird vereinbart, dass der Auftraggeber während des gesamten Herstellungsprozesses äußere Einwirkungen in Form von Frost, Eis und Schnee abwehren muss.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Schlamm auf Festival: © Matthias - Fotolia.com