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248/17 Loveparade: 42 neue Planstellen für den Prozess

248/17 Loveparade: 42 neue Planstellen für den Prozess

by 8. September 2017

Das Land NRW schafft für den Loveparade-Strafprozess 42 neue Planstellen. Der Prozess um die Verantwortlichkeit von 6 städtischen Mitarbeitern und 4 Mitarbeitern des Veranstalters beginnt im Dezember und wird sicherlich eines der größten Gerichtsverfahren in der deutschen Rechtsgeschichte.

Eine Besonderheit weist das Verfahren auf: Ab dem 27.07.2020 verjährt der Vorwurf, wenn es bis dahin kein Urteil zumindest in der ersten Instanz gibt. Das Landgericht Duisburg hat bereits 111 Verhandlungstage angesetzt und ab Prozessbeginn am 8. Dezember dann nur ca. 2,5 Jahre Zeit bis zur Verjährung.

An dem Verfahren sind nicht nur 10 Angeklagte mit ihren Verteidigern, sondern auch eine Vielzahl von Nebenklägern mit ihren Anwälten beteiligt. Den Angeklagten wird fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. 2010 waren 21 Menschen im Gedränge an einem Tunnel auf dem Weg zur Loveparade in Duisburg gestorben, über 650 wurden verletzt.

In Seminaren heißt es immer wieder, dass man sich durch das Verfahren Aufklärung über viele Fragen zum Crowdmanagement usw. erhoffe. Nur: Der Strafprozess dient einzig und allein der Prüfung, ob und inwieweit der Staat dem einzelnen Angeklagten persönlich einen Schuldvorwurf machen kann.

 

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