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233/17 USA: Nach Sonnenfinsternis müssen drei Konzerte ausfallen

233/17 USA: Nach Sonnenfinsternis müssen drei Konzerte ausfallen

Von Thomas Waetke 25. August 2017

In den USA hat es jüngst eine Sonnenfinsternis gegeben, die man in einem mehrere Kilometer breiten Streifen quer durch die USA beobachten konnte. Ein 22-jähriger Rapper aus den USA fand sich besonders cool und schaute ohne Augenschutz in die Sonne: “Das hier ist nicht die erste Sonnenfinsternis und ich bin ziemlich sicher, dass unsere Vorfahren keine schicken Brillen hatten. Und auch ziemlich sicher, dass sie nicht alle erblindet sind”, so der Rapper. Das war vorher. Hinterher wurden nun drei seiner Konzerte abgesagt, aufgrund unvorhergesehener Umstände… in einem anderen Tweet auf Twitter erklärte er, dass es wohl doch mit seiner Coolness bei der Sonnenfinsternis zusammenhängen könnte.

Verschuldete Unmöglichkeit?

Natürlich kann es vorkommen, dass ein gebuchter Künstler seinen Auftritt krankheitsbedingt absagen muss, oder der Künstler seine eigene Tour.

Liefert der Künstler nicht, muss er grundsätzlich sein bereits erhaltenes Honorar zurückzahlen bzw. er verliert seinen Anspruch auf Bezahlung. Dabei spielt es keine Rolle, warum er krank geworden ist. Nur dann, wenn der Ausfall auf einem Tun oder Unterlassen des Veranstalters beruht, würde der Künstler seinen Anspruch auf Bezahlung behalten – denn dann kann er selbst ja nichts für den Ausfall.

Man kann aber auf zwei Arten krank werden: Verschuldet und unverschuldet.

Heutzutage dürfte bekannt sein, dass man nicht einfach so in die Sonne guckt, gerade bei einer Sonnenfinsternis. Der Rapper hat dies offenbar auch gewusst, sonst hätte er sich ja auch nicht vorher dergestalt geäußert. Angenommen, er muss nun tatsächlich aufgrund Augenproblemen seine nachfolgenden Konzerte absagen, dann wäre dies eine verschuldete Krankheit.

Im Falle eines Verschuldens kommt dann noch eine Besonderheit dazu – nicht nur, dass der Künstler seinen Anspruch auf die Gage verliert: Er macht sich auch schadenersatzpflichtig (siehe auch § 280 BGB). Wurde er also von einem Veranstalter gebucht, verliert er seinen Gagenanspruch. Er muss aber dem Veranstalter auch dessen Schaden ersetzen, z.B. dessen nun entgangenen Gewinn.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Crowd at concert: © Melinda Nagy - Fotolia.com