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222/17 Betriebsausgabe: Geschenk plus Einkommensteuer

222/17 Betriebsausgabe: Geschenk plus Einkommensteuer

Von Thomas Waetke 16. August 2017

Lässt ein Unternehmen einem Geschäftspartner ein Geschenk zukommen, ist der Wert von 35 Euro maßgeblich: Wird dieser Wert überstiegen, kann das Unternehmen diesen Wert nicht als Betriebsausgabe absetzen.

Das Geschenk ist für den Empfänger ein Einkommen – er hat mehr als vorher auf seinem “Konto”. Die hierdurch anfallende Einkommensteuer kann der Schenker übernehmen: Das macht man oft auch, da man als Schenker vermeiden möchte, dass der Beschenkte für das Geschenk noch Einkommensteuer bezahlen muss.

Der Schenker kann die auf das Geschenk entfallende Einkommensteuer des Beschenkten übernehmen: Dann wird bei ihm ein Pauschsteuersatz von 30 % erhoben.

Der Bundesfinanzhof hat nun entschieden, die Übernahmen der pauschalisierten Einkommensteuer auch ein Geschenk-Bestandteil ist. In diesem Verfahren hatte ein Unternehmen Konzert-Freikarten an Geschäftspartner verschenkt und die pauschale Einkommensteuer auf den Wert der Freikarten an das Finanzamt bezahlt. Dabei aber wurde der Gesamtwert von 35 Euro je Geschenk überschritten.

Das bedeutet, dass für die 35-Euro-Grenze maßgeblich ist die Summe aus

  • Wert des Geschenks plus
  • Wert der 30%-igen pauschalisierten Steuer.

Übersteigt diese Summe 35 Euro, kann der Betrag nicht mehr als Betriebsausgabe vom Schenker abgesetzt werden.

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