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aus dem Eventrecht

220/11 Dallas: Hallenevakuierung nach Feuer auf der Bühne

Von Thomas Waetke 10. Juli 2011

Der gestrige Tourauftritt von Rihanna in Dallas (USA) wurde wegen eines Feuers auf der Bühne abgebrochen. Eigentlich sollte Pyrotechnik eine Ballade dezent in Szene setzen, plötzlich aber fingen Dekorationen und Bühnenvorhänge Feuer.

Die Halle wurde daraufhin geräumt, Verletzte hat es dabei nicht gegeben. Das Feuer konnte durch die angerückte Feuerwehr rasch gelöscht werden.

Anmerkung von Rechtsanwalt Thomas Waetke:

Bei einem Konzertabbruch könnten die Besucher ihr Eintrittsgeld zurückverlangen, wenn der Veranstalter rechtlich seine vertraglich versprochene Leistung “Konzert” nicht (oder nicht vollständig) erbracht hat. Es käme also – nach deutschem Recht – darauf an, wie lange das Konzert schon lief. Wenn das Konzert schon kurz nach Beginn abgebrochen würde, dann könnten die Besucher ihr Eintrittsgeld erstattet verlangen.

Sie müssten sich dann nicht auf einen anderen Konzerttermin vertrösten lassen. Oftmals versuchen das die Veranstalter auch in ihren AGB zu regeln, was aber unwirksam ist.

Wäre der Künstler subjektiv in der Lage, das Konzert zu spielen, dann behält er beim Abbruch trotzdem den Anspruch auf die Gage. Das Konzert wurde ja nicht wegen Verschulden des Künstlers abgebrochen, sondern wegen eines Umstandes aus der Sphäre des Veranstalters.

Dies liegt daran, dass es hierbei nur um vertragliche Ansprüche geht – dabei spielt es also keine Rolle, ob der Veranstalter das Feuer fahrlässig oder vorsätzlich verursacht hat. Es geht schlicht darum, wer seine Leistung erbringt und wer nicht.

Anders beim Schadenersatz: Würde im obigen Fall Rihanna Schadenersatz vom Veranstalter verlangen wollen (bspw. entgangener Gewinn, da der kürzere Auftritt zu verärgerten Besuchern führt, die nun weniger CDs kaufen würden), dann ist Verschulden des Veranstalters erforderlich: Schadenersatz gibt es grundsätzlich nur bei Verschulden.

Anders wäre es, wenn der Konzertabbruch auf Höherer Gewalt beruhen würde (siehe dazu unsere News Event wegen Terrorgefahr abgesagt). Diese führt nämlich rechtlich zur Unmöglichkeit – hier kann es niemals Schadenersatz geben, allerdings muss jeder seine bereits empfangene Leistung zurückgeben.