Aktuelles

Urteile, Vorfälle, Kommentierungen...
182/17 Posting auf Facebook können Werbung sein: Pflichtangaben notwendig!

182/17 Posting auf Facebook können Werbung sein: Pflichtangaben notwendig!

by 11. Juli 2017

Die Werbung für Dienstleistungen oder Waren ist für jedes Unternehmen zwingend. Juristisch aber birgt die Werbung jede Menge Risiken, die vielfach unterschätzt oder gar nicht erst erkannt werden.

Das gilt umso mehr, wenn man mit der Werbung seine heimische Webseite oder Print-Werbemittel verlässt und andere Kanäle dazu nutzt.

Ein Beispiel: Social Media-Kanäle wie z.B. Facebook.

Was ist “Werbung”?

Auf Facebook finden sich zig Postings, die bei genauerem Hinsehen Werbung sind, denn der Begriff der “Werbung” ist weit:

“Der Begriff der Werbung umfasst alle Maßnahmen eines Unternehmens, die auf die Förderung des Absatzes seiner Produkte oder Dienstleistungen gerichtet sind. Damit ist außer der unmittelbar produktbezogenen Werbung auch die mittelbare Absatzförderung – beispielsweise in Form der Imagewerbung oder des Sponsoring – erfasst”, so die Gerichte.

Und wenn man Werbung betreibt, greifen unzählige Vorschriften, bei deren Missachtung schnell eine kostenpflichtige Abmahnung eines Wettbewerbers, einer Verbraucherschutzstelle oder eines Wettbewerbsüberwachungsvereins ins Haus flattert.

Ein Beispiel: Wenn das Unternehmen ein von einem Kunden eingesandtes Foto auf Facebook postet, welches diesen mit einem Produkt zeigt, das auch das Unternehmen verkauft, und das Foto mit „tolles Bild“ kommentiert, kann das schon Werbung sein.

Das gilt sogar dann, wenn der Eintrag keine ausdrückliche Aufforderung zum Kauf enthält, sondern „nur“ ein von einem Kunden bzw. „Fan“ der Beklagten gefertigtes Foto in ein Fotoalbum namens „Fan-Galerie“ aufnimmt. Dies hat jüngst das Oberlandesgericht Celle entschieden.

Typischerweise betreiben Unternehmen nämlich ihren Facebook-Auftritt nicht lediglich mit dem selbstlosen Zweck, ihren bereits vorhandenen Kunden ein Forum zum Austausch über die Fahrzeuge der Beklagten zur Verfügung zu stellen. Sinn und Zweck – einschließlich der Erstellung einer „Fan-Galerie“ – ist es vielmehr gerade, für das eigene Angebot zu werben. Zu diesem Zweck sollen die Millionen von Nutzern des sozialen Netzwerks u. a. mit den „tollen Bildern“ in der „Fan-Galerie“ angesprochen und für die abgebildeten Produkte oder Leistungen interessiert werden.

Eine Folge der Werbung: Pflichtangaben

Eine Folge bei Werbung sind bspw. Pflichtangaben, die sich aus einer Vielzahl von Vorschriften ergeben – je nach Dienstleistung oder Produkt.

Ein bekannter bzw. eher “unbekannter” Fall solcher Pflichtangaben ergibt sich bspw. aus § 5a UWG. Hiernach handelt unlauter, wer dem Verbraucher “eine wesentliche Information vorenthält”. Das sind bspw. Informationen über den Anbieter inklusive Postanschrift (keine URL!) – nämlich dann, wenn in der Werbung alle für ein Angebot maßgeblichen Bestandteile enthalten sind: Gegenstand, Anbieter und Preis.

Aktuell liegt gerade ein Fall beim Europäischen Gerichtshof, in dem es darum geht, ob auch bei “kleinen” Werbeanzeigen mit wenig Platz diese Angaben notwendig sind.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Online Marketing / Diagramm mit Symbole: © magele-picture - Fotolia.com