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142/17 Loveparade-Strafprozess soll im Dezember starten

142/17 Loveparade-Strafprozess soll im Dezember starten

by 7. Juni 2017

Das Landgericht Duisburg hat mitgeteilt, dass man derzeit plane, mit dem Loveparade-Strafverfahren im Dezember 2016 zu beginnen.

Das Verfahren wird ein Mammut-Prozess werden: Die 10 Angeklagten haben jeweils mehrere Verteidiger. Mehrere Dutzend Opfer oder Opferangehörige treten als sog. Nebenkläger auf, ebenfalls wieder unterstützt durch mehrere Anwälte. Allein die Hauptakte der Staatsanwaltschaft umfasst ca. 47000 Blatt in knapp 100 Ordnern, zusätzlich gibt es noch mehr als 800 weitere Aktenordner mit weiteren Unterlagen. Das Verfahren findet daher auch nicht in einem normalen Gerichtssaal statt, sondern in einem eigens angemieteten Saal im Kongresszentrum in Düsseldorf.

Die nunmehr zuständigen 6. Strafkammer des Landgerichts Duisburg wurde um zwei zusätzliche Richter aufgestockt, außerdem wird die Kammer neben den schon bei ihr laufenden 7 Strafverfahren ausschließlich das Loveparade-Verfahren führen.

Das Problem liegt auf der Hand: Das Verfahren ist extrem komplex, die Rechtsfragen dazu ebenso. So manche Verteidiger mutmaßen, dass das  Verfahren “faktisch nicht verhandelbar” sei: Das Mammut-Verfahren könnte auch aufgrund der komplexen Fragestellungen die Möglichkeiten des Strafrechts sprengen. Es wäre nicht das erste Großverfahren, das aufgrund der Nicht-Justiziabilität eingestellt wurde.

 

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