Aktuelles

Urteile, Vorfälle, Kommentierungen...
137/17 Haftung des Veranstalters eines Hindernislaufs

137/17 Haftung des Veranstalters eines Hindernislaufs

Von Thomas Waetke 1. Juni 2017

Welche Verkehrssicheerungspflicht trifft den Veranstalter eines Hindernislaufs durch einen Wald?

Grundsätzlich muss ein Veranstalter, egal ob Tagung, Konzert oder Laufwettbewerb, das tun, was notwendig und zumutbar ist, um Schäden zu verhindern. Dabei muss der Veranstalter aber nicht jede denkbare Gefahr ausschließen – sondern nur solche, bei denen ein durchschnittlich verständiger Gast/Teilnehmer davon ausgehen kann, dass der Veranstatlter hier Maßnahmen ergreifen würde.

Bei einem Laufwettbewerb durch den Wald sticht ein Risiko besonders hervor: Der unebene Boden.

Anders als bei einer Hallenveranstaltung aber muss der Teilnehmer bei einem Hindernislauf durch einen Wald damit rechnen, dass der Boden natürliche Unebenheiten aufweist.

Selbst wenn der Veranstalter auf der Laufstrecke einen künstlichen Tümpel aushebt, mit einer Folie auslegt und mit Wasser füllt, muss auch darin der Teilnehmer mit Unebenheiten rechnen – bspw. wenn die Folie Falten wirft. Das gilt umso mehr, wenn die gesamte Laufstrecke inklusive der künstlich angelegten Schikanen ersichtlich den natürlichen Begebenenheiten nachempfunden werden sollte.

Rutscht er dann darauf aus, kann er das dem Veranstalter nicht vorwerfen. Das kann er auch dann nicht, wenn das Wasser in dem künstlichen Tümpel schlammig war und er also den Boden nicht selbst kontrollieren können.

So hat dies auch jüngst das Landgericht Köln entschieden: Wer durch den Wald rennt, muss mit Unebenheiten rechnen, auch in einem künstlich angelegten Tümpel. Zudem hatte der Veranstalter in dem konkreten Fall sogar Warnschilder aufgestellt und außerdem auch einen Ordner, der die Teilnehmer zur Mäßigung und Vorsicht anhalten sollte.

Außerdem hatten sich immerhin auch keiner der anderen ca. 10.000 Teilnehmer verletzt, was auch dafür spricht, dass die Gefahr nicht unbeherrschbar gewesen sein kann.

Anders wäre das sicherlich dann, wenn der Veranstalter durch die Aufbauten den Eindruck erweckt, er wolle eben gerade nicht die natürliche Umgebung nachempfinden sondern besonders gesicherte bzw. sichere Schikanen bauen.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Kabelbrücke und Pylon: © Martin Debus - Fotolia.com