Aktuelles

136/16 Künstler sagen Konzerte aus Protest ab

136/16 Künstler sagen Konzerte aus Protest ab

Von Thomas Waetke 13. April 2016

Bruce Springsteen hat sein Konzert in Greensboro im US-Bundesstaat North Carolina abgesagt. Der Grund: Er will damit gegen ein Gesetz protestieren, das festlegt, welche Toiletten von Transsexuellen genutzt werden dürfen. Der Sänger sieht durch das Gesetz die Rechte von Transsexuellen, lesbischen, schwulen und bisexuellen Menschen auch am Arbeitsplatz gefährdet und allgemein als Rückschritt bei Menschenrechten. Der Veranstalter hat angekündigt, dass die Eintrittskarten wieder zurückgenommen würden.

Auch Bryan Adams hat nun aus gleichem Grund ein Konzert im US-Bundesstaat Mississippi abgesagt.

Es ist schön und gut, eine Konzertabsage als Protestform zu nutzen. Nur kann ein Künstler damit natürlich den Veranstalter in Teufels Küche bringen bzw. sich selbst schadenersatzpflichtig gegenüber dem Veranstalter machen.

Eine Schadenersatzpflicht (siehe bspw. § 280 Absatz 1 BGB) wird ausgelöst, wenn man eine vertragliche Pflicht schuldhaft (fahrlässig oder vorsätzlich) verletzt. Tritt ein Künstler nicht auf, weil er gegen etwas protestieren möchte, was nicht der Veranstalter verbockt hat (sondern wie hier der Landesgesetzgeber), dann verletzt er damit seine Pflicht “Auftritt”. Ein Protest gegen ein Gesetz rechtfertigt nicht, eine vertragliche Pflicht gegenüber dem Vertragspartner Veranstalter zu verletzen. Damit handelt ein Künstler auch schuldhaft, und würde sich gegenüber dem Veranstalter schadenersatzpflichtig machen (bspw. auch mit Blick auf Unkosten für Miete, Personal usw.).

Würde der Veranstalter der Protestform und der Absage zustimmen, dann würde er sich wiederum schadenersatzpflichtig gegenüber bspw. dem Vermieter, Dienstleistern usw. machen.

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Kleiner Junge mit “no no”: © candy1812 - Fotolia.com