Aktuelles

Urteile, Vorfälle, Kommentierungen...
13/18 Raketenalarm auf Hawaii: In Deutschland „nicht undenkbar“

13/18 Raketenalarm auf Hawaii: In Deutschland „nicht undenkbar“

by 16. Januar 2018

Auf Hawaii hatte jüngst eine Alarm-SMS für Angst und Schrecken gesorgt: Eine Rakete würde auf Hawaii zufliegen, man solle umgehend Schutz suchen, es sei keine Übung. Erst nach knapp einer halben Stunde wurde der Alarm wieder aufgehoben. Offenbar hatte ein Mitarbeiter „auf den falschen Knopf gedrückt“, wie der Gouverneur des Staates Hawaii erklärte.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) vermag für Deutschland auch nicht auszuschließen, dass so etwas hier passieren könnte: Im „eigentlich undenkbaren, aber theoretisch nicht ausgeschlossenen Fall einer plötzlichen Raketenbedrohung“ müsse ein BKK-Mitarbeiter sehr rasch entscheiden, ob er die Bevölkerung warne. Es gelte zwar ein „gewisses Vier-Augen-Prinzip“, d.h. soweit möglich solle eine Absprache mit dem Bundesinnenministerium erfolgen. „Es muss aber zum Schutz der Bevölkerung unbedingt schnell gehen – und jemand muss den Knopf drücken.“, so der BKK-Präsident Christoph Unger.

Im Großen wie im Kleinen hängt so vieles an einzelnen Menschen: Der Ordner, der einen verdächtigen Gegenstand sieht. Der Agenturmitarbeiter, der eine Stoplerfalle erkennt. Der vom Veranstalter beauftragte Metereologe, der eine Gewitterzelle herannahen sieht. Der Veranstaltungsleiter, dem ein Feuer gemeldet wird.

Entweder geht es schnell, dann kann eine Entscheidung naturgemäß fehleranfällig sein.

Oder die Entscheidungsfindung dauert, weil man erst die Entscheidungsgrundlagen eruieren möchte, aber dann könnte es zu spät sein für eine Reaktion.

Es wird niemand ernsthaft behaupten können, dass er dieses Problem sicher auflösen könne: Man kann noch so viel planen, letztlich hängt es immer von den Menschen ab, die den Plan erstellen und umsetzen müssen. Sie müssen fit sein, sie müssen präsent sein, sie müssen das Problem als Problem erkennen, sie müssen das Ausmaß des Problems erkennen, sie müssen sich an den Plan erinnern, der Plan muss funktionieren usw. Und letztlich muss der Entscheidungsträger auch den Mut haben, eine Entscheidung zu treffen – auch dann, wenn sie sich im Nachhinein als falsch oder ungeschickt herausstellen sollte.

Es gibt zu viele Stellen, an denen eine Kleinigkeit den Plan zerschießen kann. Damit muss man einfach auch leben, meine ich.

Maßgeblich ist „nur“, dass man überhaupt die Möglichkeit schafft, dass Entscheidungen getroffen werden können. Daran hapert es schon oft genug, wenn bspw. keiner weiß, wer für etwas zuständig ist oder dass der Entscheidungsträger gar nicht weiß, dass er Entscheidungsträger ist. Oder dass er erst gar keine Möglichkeit hat, die Grundlagen seiner Entscheidung durch Rücksprache, Videos, Inaugenscheinnahme usw. zu verfestigen.

 

Urheberangabe für das/die Foto(s) (Symbolfoto):

  • Dartpfeil auf Zielscheibe: © bluedesign - Fotolia.com