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aus dem Eventrecht

118/14 Verantwortung für Stromschlag

Von Thomas Waetke 26. Mai 2014

Bei einer Hochzeitsfeier in Rennertshofen (Bayern) wurden 2013 zwei Musiker der Hochzeitsband durch einen Stromschlag verletzt. Gegen den Pfarrer würde daraufhin ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet, dass nun eingestellt wurde. Nach der Beweisaufnahme wurde die Schuld des Pfarrers als nur gering eingestuft, so dass das Verfahren mit einer Geldauflage beendet würde. Was war passiert?

Gerade als sich zwei Musiker zum Friedensgruß die Hand schüttelten, bekamen sie jenen Schlag. Der Gitarrist ließ seine Gitarre fallen, die Sängerin wollte diese wieder aufheben, weil sie gar nicht erkannt hatte, was passiert war. In diesem Moment bekam auch sie einen Schlag, der so stark war, dass sie ohnmächtig wurde. Sie erlitt dabei Verbrennungen an den Händen und der Schulter.

Es kam heraus, dass eine Steckdose fehlerhaft verdrahtet war, und eine unglückliche Kettenreaktion führte dann zu dem Unfall. Es stellte sich aber auch heraus, dass erforderliche Prüfungen nicht oder nur verspätet vorgenommen wurden. Ein Sicherheitsbeauftragter soll gegenüber der Staatsanwaltschaft den Eindruck erweckt haben, dass der Pfarrer bereits seit längerer Zeit wusste, dass die Überprüfung fehlte – so hatte er offenbar sogar eine E-Mail zurückdatiert, mit der auf die fehlende Prüfung hingewiesen hatte.

Letztlich kann man aus dem Fall mitnehmen, dass elektrische Anlagen auch “umsorgt” werden wollen; nur, weil sie einmal installiert wurden, heißt das nicht, dass sie nicht zwischendurch überprüft werden müssten. Dies gilt umso mehr für bewegliche Anlagen, wie z.B. Verlängerungskabel, Kaffeemaschinen usw., die vom Büro in die Veranstaltung umgesetzt werden.

Für “ortsveränderliche elektrische Arbeitsmittel” schreiben die Unfallverhütungsvorschriften bspw. regelmäßig wiederkehrende Prüfungen vor (hierfür gelten die Betriebssicherheitsverordnung, die BGV A3, die TRBS 1201 und die TRBS 1203).